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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 120

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 120 (sequence 140)
Language
German
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120 hatten. Feldmann begann nun bald, seine Stelle als Commis fortwährend behauptend, seine ersten journalistischen Versuche in Münchner und auswärtigen Zeitschriften kund zu geben. Das Publicum wurde auf die Chiffre L. F. allmälig aufmerksam, und man suchte mit Vergnügen nach den mit diesen Buchstaben gezeichneten Artikeln. Besonderes Aufsehen erregten die „Spaziergänge in und um München," welche 1829 in Coremann's „die Freipreffe" in Nürnberg erschienen, und worinnen der jugendliche Verfasser die Geißel der Satyre mit vielem Humor schwang. Zu Ende des Jahres 1829 trat für Feldmann eine neuere Epoche ein, die ihm den Weg zu seiner künftigen rühmlichen Bahn erschloß. Saphir kam nach München, er erkannte schnell in einigen Aufsätzen, die ihm der sechsundzwanzigjährige Handlungsdiener schüchtern überreichte, dessen hervorragendes, angebornes Talent, nahm sich mit aufmunternderFreundschaft des rcichbegabten Musensohnes an, beredete ihn, seine Stelle als Commis aufzugeben, und so ward nach wenigen Monden Feldmann einer der thätigsten und beliebtesten Mitarbeiter in Saphir's verschiedenen Journalen, und mit dem geistreichen Redacteur so befreundet und ein solcher unzertrennlicher Gesellschafter desselben, daß man Feldmann von nun an in München allgemein nur Saphir's Adjutanten nannte. Saphir bemühte sich nun, wie Mephisto den Faust, seinen jungen Protege vorerst in gute Gesellschaft zu bringen, stellte ihn als solchen allenthalben vor, und machte ihn besonders mit den damals sich in München aufhaltenden renommirteu Schriftstellern Lewald, Oettinger und Spindler, sowie auch später mit Gutzkow bekannt, welche alle den gutgearteten, und höchst bescheidenen jungen Mann collegialisch aufnahmen. So trug Saphir auf alle mögliche Weise bei, daß Feldmann's Name bald kein unbekannter mehr war. Die Liebe zu einem sehr gebildeten, höchst unterrichteten Mädchen machte unseren witzigen Prosaiker in jener Zeit auch zum lyrischen Dichter, und

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