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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 96

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 96 (sequence 116)
Language
German
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96 Der verbleute Dr. Prager, Rabbiner zu Mannheim, ist mit Tod abgegangen. In Sachsen wurde das Gesetz ausgehoben, das den Juden verbot, Vormundschaften über Christen anzunehmen. Der Banquier M. A. Meyer, Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu Dresden, wurde zumCommerzienrath mitHosrang sünster Classc ernannt. Innerhalb der Cultusgemeinde zu Dresden hat sich ein „Verein der Freunde" gebildet. Unser verewigter Mitarbeiter Dr. B. Beer hat sich außer seinen bleibenden Verdiensten um die jüdische Literatur noch besondere Denkmale gesetzt. In dem Codicill seines Testamentes bestimmte der Erblasser 5000 Rchsthlr.zuGemeindezwecken, da die Mitgliederzahl der Gemeinde zu Dresden in der Abnahme begriffen ist. Alles Andere überließ er der Einsicht seiner Gattin. Da der Verstorbene öfters ■ den Wunsch äußerte, daß die sehr werthvolle Bibliothek, worunter höchst seltene Werke, -Jncunabeln und Manuscripte waren, einer öffentlichen Anstalt zusallen soll, so bestimmte die Witwe, daß der größere Theil in das Breslauer jüdisch-theologische Seminar, Fränkel'sche Stiftung, komme, und der kleinere Theil in die Leipziger Universitätsbibliothek. Das Curatorium der Fränkelsschen Stiftungen hat in Folge i dieser Schenkung zwei Stipendien, k 50 Rchsthlr. für zwei Studierende des Seminars gestiftet, welche Dr. B. Beer-Stipendien i genannt find. Das Cultusministerium in Dresden bestimmte in | Folge dieser Schenkung, daß jüdische Studierende an der Leipziger!i Universität den Genuß derjenigen Stipendien, welche nicht ausdrücklich für christliche Studierende bestimmt sind, bei sonstiger Würdigkeit genießen sollen. I Zn Leipzig wie in Breslau ist diese Bibliothek besonders aufj gestellt unter dem Titel: Dr. B. Beer's Bibliothek. j

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