Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 226)
- Language
- German
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202 jene zur Erlangung der Besitzfähigkeit so ungemessen hoch gesteckt sind. Wir entnehmen einen diese Verhältnisse berührenden Aufsatz der »Oesterreich. Zeitung«, der unsere Ansicht über diesen Punct vollständig ausspricht: Rabbinerschulen Ln Galizien. Vor wenigen Tagen wurde man mit der Notiz überrascht, daß es Ln Galizien einen Lsraelitischen Schulfoud gebe, den aber die christliche Schulbehörde einverleibt und dessen Interessen nicht für den ursprünglichen Zweck verwendet habe. Das jetzige Ministerium hat angeordnet, daß der Fond in die geeigneten Hände zurückgegeben werde. Leider ist diese Anordnung von einer Bestimmung begleitet, welcher man, bei dem Stande der Eultur überhaupt und der dortigen israelitischen Einwohnerschaftinsbesondere, keine entsprechende Wirkung zuschreiben kann. Es soll nämlich eine Rabbinerschute errichtet werden; hinzugefügt ist, daß die Rabbiner Galiziens btos die Kenntnisse des Untergymnasiums sich angeeiguet haben müssen. Diese Verfügungen halten wir in doppelter Beziehung fürzweckwidrig. Zu einer Schule gehören vor Allem, nicht etwa der Fond, um ein Gebäude zu errichten, um Bänke in die Zimmer zu stellen, sondern Eapaeitäten, die als Lehrer sungiren können. Für eine Rabbinerschule in Lemberg, Brody oder Krakau, als den bedeutendsten Städten der Provinz, wird man kaum eine einzige Autorität in diesem Gebiete des Wissens und Forschens engagiren können, welcher eine theologische Schule nach heutigen Begriffen anvertraut werden dürste. Im ganzen Lande gibt es etwa zwei Rabbiner, die sich mit philosophischen Zeugnissen auszuweisen vermögen, deren Datum und Ursprung vielleicht genügen könnte; ein Import von Geist und Talent wäre, nach den. gemachten Erfahrungen, welche Ausnahme Bildung und moderne Gesittung in gewissen Kreisen fand, höchlichst zu bezweifeln. Wir sprechen es durchaus ab, daß für Galizien ein entsprechendes Eontingent von Lehrkräften für ein solches Institut gewonnen werden kann; wir fürchten vielmehr, daß die Gehalte der Professoren«