Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 218)
- Language
- German
- Belongs to
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194 kein Mensch aufhalten ... Gib mit lieber etwas für den Durst, Ephraim.« »Vater,« . . . stammelte dieser. . »glaubst Du nicht, es werde Dir schaden?« »Sei kein Narr, Ephraim!« rief Anschel, »Du kennst nicht meine Natur. Und dann, hast Du nicht selbst gesagt, daß heute ein Fasttag ist, an dem man nichts essen darf? Habe ich Essen von Dir verlangt? Mit dem Trinken ist es aber etwas Anderes, das kann der Vogel im Walde nicht lassen, wie erst der Mensch! . .« Ephraim begriff, daß er seinem Vater gerade heute keinen Widerstand entgegensetzen durste. Er ging zu Veilchen hinaus, die in der Küche das Abendmahl bereitete und sagte: »Geschwind, Veilchen, geh' und hol' frischen Wein!« »Für ihn?« ries das Mädchen, indem sie mit dem Finger fast drohend nach der Stubenthüre wies. »Laß, laß, Veilchen!« bat Ephraim — »Und.Du fastest?« »Faste ich nicht auch für ihn? « . . meinte Ephraim. Die volle Weinflasche in der Hand betrat Ephraim wieder die Stube; er stellte sie auf den Tisch, auf dem noch die Gläser von dem am Morgen genossenen Trünke herumstanden. »Wo ist Veilchen, deine Schwester?« fragte Anschel, der wieder mit starken Schritten die Stube auf- und abinaß. »Siekocht, Vater.« »Sag' ihr. sie soll einen Mann und eine Mitgift von mir bekommen, daß sie in halb Böhmen darüber grün und gelb werden.« Dann trat er an den Tisch und leerte rasch hinter einander drei volleingeschenkte Gläser. »So,« sagte er, indem er sich mit seiner ganzen Wucht in den alten Lehnstuhl warf. . . »jetzt will erst ich meine Nachtruhe halten. Ich brauche Kraft >md gute Augen, und die bekommt mau nur durch