Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 163)
- Language
- German
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139 Geschichte der jüdischen Aerzte in Italien, besonders des sechzehnten Jahrhunderts« von Livius Fürst (blühend geschrieben mit warmem Herzen gegen die Zurücksetzung der Juden; hervorzuheben sind besonders die Mittheilungeu über David de Pomis); zum Schlüsse folgen noch allerlei kleine Abhandlungen mehrerer Verfasser und eine »lleberficht der neuesten (jüdischen) historischen Literatur« (nicht ganz correct, auch der Begriff »historisch« theilweise zu weit, theilweise zu eng genommen). Nachdem ich noch zwei Schriften nenne, von denen beiden bis jetzt blos das erste Heft erschien (Sternberg, Versuch einer Geschichte der Juden in Polen, undFriedman n, CharatterbilderausderjüdischenGeschichte), mache ich Sie aus G. Wolfes in Wien, »vom ersten bis zum zweiten Tempel,« Geschichte der israelitischen Cultusgemeinde in Wien von 1820 — 60 aufmerksam. Die israelitische Cultusgemeinde zu Wien hat das schöne Verdienst, daß sie mit ihren im Jahre 1826 ins Leben getretenen gottesdienstlichen Einrichtungen in der Hauptsache noch heutzutage allen Gemeinden Deutschlands, Ungarns und anderer Länder, die von Extremen sich fern halten wollen, als Muster gelten kann. In dem erwähnten Buche finden Sie nun eine treue und gefällige Darstellung der leitenden Ideen, welche jene Organisation hervorbrachten, der Ereignisse und Thatsachen, die sie förderten und mitunter hemmten, aller in der Wiener Gemeinde bestehenden Stiftungen und Institute, einschließlich der Religionsschule, sowie Biographisches über hervorragende Persönlichkeiten und am Schluffe einen Anhang über die israelitisch-türkische Gemeinde zu Wien. Ist es überhaupt schwierig, eine Geschichte der Zeitgenossen zu schreiben, ehe die Ansichten über Manches sich gehörig abgeklärt haben, so mußte dies im vorliegenden Falle, wo es sich zum Theil um religiöse Anschauungen handelt und der Verfasser selbst in nahen Beziehungen zu manchen Betheiligten steht, um so schwieriger sein. Dennoch ist, wie ich glaube, die Ausgabe glücklich gelöst, wenn man