Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 143)
- Language
- German
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119 mit den von ihm vorgeschlagenen Modistcatioueu der Eauchy'schen Theorie in Einklang bringen lassen. Eine gemeinschaftlich mit Breguet an langen Telegraphenleitungen ausgeführte Bestimmung der Schallgeschwindigkeit in Eisendrahten gab Resultate, die weder mit dem theoretisch berechneten noch mit dem nach andern Methoden gefundenen Werthe übereinstimmten, was wohl in der, der Voraussetzung einer vollständigen Homogenität wenig entsprechenden Beschaffenheit solcher Drähte seine Erklärung finden dürfte. Die Reihe seiner akustischen Arbeiten schloß Wertheim mit einer Untersuchung »über die tönenden Schwingungen der Lust«, in welcher er, gestützt auf eine lange Reihe der mannigfaltigsten Versuche, feste empirische Regeln über den Zusammenhang zwischen der Höhe des Tons, den eine abgeschlossene Lustmasse gibt, und den Dimensionen des Behälters und der Anblaseöffnung aufstellte. Diese Regeln, die sich in den Händen von Practikern allseitig bewährten, haben seitdem auch eine theoretische Begründung erhalten. Ein in einem Anhänge zu dieser Arbeit beschriebener, sehr sinnreich construirter Apparat zur Bestimmung der Schallgeschwingkeit in Gasen kam leider nie zur Ausführung. Im Jahre 185)3 machte Wertheim bei der Pariser Facultät sein Doctorat es Sciences und legte dabei als Thesis eine Abhandlung vor: »Ueber die durch mechanische Kräfte künstlich hervorgebrachte Doppelbrechung in isotropen Körpern,« über welchen Gegenstand er schon früher einige Notizen mitgetheilt hatte (Compt. rend Bd. 32, 33 und 35). Während man sich bis dahin begnügt hatte, diese Erscheinungen rein qualitativ zu behandeln und durch Schraubenpressen, ohne irgend welche Bestimmung des angewandten Drucks, an verschiedenen Gläsern Doppelbrechung hervorzubringen, behandelte Wertheim auch diesen Gegenstand mit der Genauigkeit und steten Rücksicht auf feste Zahlenverhältnisse, die ihn in allen seinen Arbeiten auszeichnen. Der Grad der Doppelbrechung, d. h. die künstlich hervorgebrachte Gangdisferenz zwischen den beiden Strahlen, zeigte sich den gleichzeitigen Formveräuderungen proportional, und außerdem wurden viele für die Physik der Krystalle interessante Thatsacheu festgestellt. Diese sollten die Grundlage werden zu eurer großen Arbeit über die Elasticitätsverhältnisse der Krystalle, für welche Untersuchung Wertheim