Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2609281-2609296--4839-2612188- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
113 auf die Fundamente weisen, die er für sie gelegt —- sein Angedenken wird bleibend zum Segen sein! Br. Wilhelm Wertheim^ Doctor der Medicin, Dr. es Sciences, Ritter der kaiserl. franz. Ehrenlegion/ Examinator der Kandidaten für die Lcoie BoI^tecKnique, Mitglied der philomathischen Gesellschaft, correspondirendes Mitglied der Academie der Wissenschaften zu Wien und zu Berlin. Wir entlehnen dem Bericht über die feierliche Sitzung der kaiserlichen Academie der Wissenschaften, welche am 31. Mai 1861 in Wien stattfand, den Vortrag, welchen der Generalsecretär Dr. Anton Gchrötter über das Leben und Wirken des Dr. Wertheim hielt. Wilhelm Wertheim wurde im März 1815'in Wien geboren, wo seine Eltern israelitischen Glaubens lebten. Er machte seine Studien in Wien und zwar vom Beginne derselben durchgehends mit dem glänzendsten Erfolge. Seine Borliebe für die Naturwissenschaften bestimmte ihn, sich der Medicin zuzuwenden, die er wie alles was er ergriff, mit größtem Eifer betrieb. Im Jahre 1839 nahm er das Doctorat und ging im September desselben Jahres nach Berlin. Hier arbeitete er mit großem Eifex im Laboratorium Mitscherlich's, und dieser Umstand trug wesentlich dazu bei, daß er den Entschluß faßte, sich ganz der reinen Wissenschaft zu widmen und der practischen Medicin zu entsagen, für die er ohnedies niemals eine ernstliche Neigung hatte. Insbesondere war es die Physik, die ihn anzog, da deren Studium seinem mathematischen Talente Befriedigung versprach. Nachdem er sich mit den ausgezeichneten Männern in diesen Fächern, deren Sitz seit einer Reihe von Jahren Berlin ist, in freundschaftliche Beziehung gesetzt hatte, ging er im Jahre 1840 nach Paris. Es ist begreiflich, daß Wertheim in dieser Weltstadt, wo unter den Gelehrten wie in der übrigen Gesellschaft ein so ungezwungener Verkehr herrscht, und wo wie vielleicht an keinem zweiten Orte der Welt die geistige Anregung und der Austausch der Ideen ein so lebendiger ist, sich sehr behaglich fühlte, und daß schon in jener Zeit der Wunsch in ihn: rege wurde, sich dort bleibend niederzulassen. Jahrb. f. Zsr. 1862. 8