Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 65)
- Language
- German
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41 Zugleich mit diesem Sendboten der Aschkenasim befanden sich vier der angesehensten Männer der Sosaredim in Wien um Hilfe bei ihren Glaubensgenossen. Die Lage ist wirklich eine traurige. Die Sosaredim schulden 100,000 fl. in Silber auf ihren Grundbesitz in Jerusalem. Nicht nur daß sie keinen Theilbetrag zurückzuzahlen im Stande sind, es fehlen ihnen die Mittel, die Zinsen — gesetzlich 12% — zu vergüten. Die Gemeinde hat nun ihren Besitz verpfändet, und er ist für alle Zeit verloren, wenn er in einem Jahre nicht eingelöst wird. Soll nun dies kleine Stück der Erde Palästinas den Juden, die es seit vierhundert Jahren inne haben, verloren gehen? Das Schicksal des türkischen Reiches wird noch in diesem Jahrhundert entschieden und Palästina der Civilisation zugänglich werden. Sollten dann die Juden — während alle Secten der christlichen Kirche immer mehr Besitzthum erwerben — die einzigen Besitzlosen, die »Tolerirten« sein, in der Stadt, wo ihre Könige herrschten? Mit diesen Anforderungen verbindet sich noch eine dritte: ein Pilgerhaus oder vielmehr ein großes Wohnhaus für arme Juden in Jerusalem zu bauen. Auch zu diesem Zwecke hat Se. Majestät der Kaiser Franz Josef allergnädigst eine nicht ohne Erfolg begonnene Sammlung in Oesterreich gestattet. Neben diesen Sendboten für drei gleich wichttge Angelegenheiten sowohl in religiöser als in humaner und politischer Beziehung begrüßen uns aber fort und fort solche, die für einzelne Städte, für den momentanen Bedarf sammeln, so Hr. Bechor Cohen für Hebron, Hr. Motro für Jerusalem u. s. w. Wie soll da nach allen Richtungen und vom Grunde aus geholfen werden? Es scheint uns der Rath, den Di*. L. A. Frankl in seinem viel gelesenen und wegen der in demselben enthüllten Wahrheiten viel angefeindeten Werke; »Nach Jerusalem!« gegeben hat, der heil-