Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1861-01-01 · Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861) · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 21 (sequence 45)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2609281-2609296--4747-2612096
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Staatsrath von Rümelin einen Gesetzentwurf in die Kammer, wonach die staatsbürgerlichen Rechte von dem religiösen Bekenntniß unabhängig erklärt werden sollen. Es steht nun zu erwarten, ob dieser Anttag mit der erforderlichen Majorität von zwei Dritttheilen durchgehen werde. Was wir hierbei noch besonders zu rühmen finden, das ist der Geist der Eintracht und Duldsamkeit, welcher fich bei den Israeliten Würtembergs kund gab. Bei der in Eßlingen abgehaltenen Versammlung hielten die Einen ihr koscheres Mittagsmahl im dortigen jüdischen Waisenhause, die andern logirten im Hotel. Das hinderte beide Theile nicht, sich wie zur mannhaften That, auch zum festlichen Toaste zu vereinen. Zeder ließ den Andern nach seiner Faxon selig werden. Die Familie Kaulla hat zwei Stipendien, jedes zu 250 fl., für Studierende der jüdischen Theologie gewidmet, und Hr. T. I. Kaulla dem israelitischen Confistorium seine kostbare orientalische Bibliothek zum Geschenke gemacht. Die neue Synagoge zu Stuttgart wurde am 3. Mai in sehr feierlicher Weise eingeweiht. Der Erbauer Albert Goldeusten hat sich damit einen dauernden Ruf begründet. Früher noch als in Nürnberg erfolgten im Großherzogthume Baden Anträge zur Aufhebung der noch namentlich in Bezug auf die Freizügigkeit im Lande bestehenden Rechtsbeschränkungen, und konnten wir bereits im vorjährigen Berichte davon Erwähnung machen. Der Erfolg hat jedoch den gehegten Erwartungen nicht entsprochen. Der für diese Angelegenheit eingesetzte Ausschuß erklärte in seiner Majorität, daß die Freizügigkeit der Juden mit einer Reform der Gewerbegesetzgebung zusammenhänge und zuvörderst über diese entschieden werden müsse. Treffend wurde hierbei bemerkt, daß nicht sowohl die religiöse, als die gewerbliche Intoleranz der beanttagten Erweiterung der Rechte der Inden entgegenstehe. Hand in Hand gehen damit die Vorgänge in Sachsen. Im

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.