Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2609281-2609296--4736-2612085- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
10 jüdischen Bevölkerung deren bereits einige hat. Und endlich fehlt es an einem Organe, das — mit Beseitigung einer für die Juden Oesterreichs nicht angezeigten Consistorialverfassung — dennoch im Stande wäre, diese und andere berechtigte Wünsche am gehörigen Orte zu ermitteln und zu bevorworten, und auf geeignete Maßnahmen berathend einzuwirken. Indem wir diese Wünsche und Hoffnungen vertrauensvoll der Zukunft anheimstellen, werfen wir noch einen Blick auf dasjenige, was uns auf dem Gebiete der Thatsachen entgegentritt. In der Reichsrathsfitzung am 1. Juni wurde der Antrag zur Bildung eines Ausschusses gestellt und bestimmt, einen Gesetzentwurf zu berathen: in Betreff der Stellung und Rechte der verschiedenen Religionsgenoffenschasten und ihrer Angehörigen dem Staate gegenüber und in öffentlicher Beziehung, sowie der Rechte derselben gegen einander und in bürgerlicher Hinsicht. In Laibach wurden die dem Wohnrechte einiger jüdischen Familien bereiteten Hindernisse damit beseitigt, daß der Staatsminister von Schmerling die einstweilige Belastung derselben bis zur Entscheidung der Landtage verfügte. Im Königreiche Ungarn leben 8.054,200 Einwohner und zwar: 4.393,468 römische Katholiken, 673,929 unirte Griechen, 73 unirte Armenier, 403,842 nicht-unirte Griechen, 543 nichtunirte Armenier, 738,923 Lutheraner, 1.477,879 Rcformirte, 410 Unitarier und endlich 365,171 Juden, und es verhält sich die Zahl der Juden zu der der Römisch-Katholischen wie 1: 12..,. Die meisten Juden wohnen im Kaschauer Verwaltungsgebiete, die weniguns aber bei Weitem zweckmäßiger erscheinen, wenn fürs Erste, d. i. für die nächsten zehn Jahre, die Zinsen aus diesem Fond zu Stipendien für galizische Rabbinats-Candidaten, die sich an dem niusterhasten Rabbiner-Seminar zu Breslau bilden, verwendet würden. Es genügt, ein solches Stipendium mit 100—150 Thalern Preußisch-Courant auszusetzen. Das Rabbiner-Seminar zu Padua, zur Bildung italienischer Rabbiner, ist im Begriffe einzugehen.