Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 242)
- Language
- German
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216 nur allein noch ein historisches Interesse besitzen.« Dann weist er nach, wie Eisenmenjger das wahre Judenthum entstellt hat, und fährt fort: »Nameutlich ist der Haß der Juden gegen die Christen seit den Kreuzzügen auf's höchste gestiegen; seit dieser Zeit haben sich auch unter ihnen die allerfinstersten Ideen ausgebildet. Dieses ist aber kein Wunder, indem man bekanntlich die Juden in jener Zeit auf die unmenschlichste, grausamste Weise mißhandelte, ihrer Güter beraubte, sie zu Tausenden umbrachte, die heiligen Sefer Thora's zerriß und auf den Straßen herumschleifte. Die um des Glaubens Willen Getödteten wurden von den Ihrigen als Märtyrer betrachtet, und deshalb eigene Gebete eingerichtet, in denen es heißt: Gott möge das unschuldig vergossene Blut derselben rächen. Dieses sind die Fluch- und Verwünschungsgebete, von denen Eisenmenger spricht, ohne jedoch ihrer Veranlassung zu gedenken. Indessen werden außerdem auch noch immer die Gebete für das Heil aller Völker von den Juden verrichtet. Eisenmenger rechnet es überhaupt den Juden als ein großes Verbrechen au, daß sie die andern Völker und namentlich die Christen hassen, daher er sich auch in seinem Buche die Mühe nimmt, ein vollständiges Verzeichniß aller Schimpfnamen aufzustellen, mit denen die Juden die andern Völker und insonderheit die Christen zu belegen pflegten. Aber wie konnten unter solchen Mißhandlungen der Haß und die Schimpfreden ausbleiben? Und sind denn die Juden das alleinige Volk, das seinem Unmuth und Groll durch Schimpfreden Luft macht? So viel ist gewiß, hätten die Christen als Christen an den Juden handeln wollen, so wären dieselben nicht zu solcher Tiefe herabgesunken, und so viele Blutschuldeil in der Christenheit gehäuft worden.« *) A) Es dürste noch immer für gewisse Kreise nicht überflüssig sein,