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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 215

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 215 (sequence 241)
Language
German
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215 Subsidialwerke, aus denen die Gegner der Juden in ihrer Unwissenheit Fetzen Herausriffen, verschmähend, mit Hilft seines jüdischen Lehrers Metz die Quellen selbst gründlich studirt. Obwohl er nun die Tendenz verfolgte, in der Kabbala, deren Alter er überschätzt hatte, die Elemente des Christenthums nachzuweiftn, so hat er doch den Juden große Dienste geleistet und zwei Mal für sie öffentlich Zeugniß abgelegt. In seinem großen Werke nämlich: »Philosophie der Geschichte oder über die Tradition« —- das dem König Ludwig von Baiern gewidmet ist — tritt er mit der Entrüstung des Gelehrten und der Wahrheitsliebe eines frommen Christen gegen die Böswilligkeit Eisenmengers auf. Da das ruchlose Werk Eisenmenger's mit besonderer Vorliebe in unserer Zeit noch benützt wird, so wollen wir die Urtheile des frommen und gelehrten Molitor hier wiedergeben. Eisenmenger, bemerkt er, verlangt: »Israel hätte aus lauter Heiligen bestehen sollen. Aber sind bemt wir, die das Volk der Juden so scharf tadeln, solche heilige Menschen, die sich nimmer selbst erheben und die Beleidigungen der Widersacher mit Wohlthaten vergeltend Müssen wir uns nicht vielmehr selber gestehen, daß, wenn wir in der Lage der Juden gewesen, wir es nicht anders als sie gemacht? Was bei ihnen geschah, geschieht bei uns noch jeden Tag, wenn auch nicht aus so grelle Weise. Indessen müssen wir doch zur Steuer der Wahrheit bemerken, daß diese Lehren, wie wir sie nach Eisenmenger vorgetragen haben, zwar ehemals von vielen Rabbinern theilweise behauptet, allem von der Majorität derselben stets als falsch und unstatthaft verworfen worden. Auch haben sich mit der fortschreitenden Cultur unter den Juden jene finstere rigoristische Ansichten meistens verloren, so daß dieselben jetzt überhaupt als veraltet zu betrachten sind, und

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