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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 195

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 195 (sequence 221)
Language
German
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195 Jerusalem stand, alle Israeliten sich dahin wendeten, so blickten sie später, nach der Zerstörung des Tempels, nach den Orten in Palästina und in Babylon, wo Schulen waren. Sonderbar genug wird noch heute in manchen Synagogen an Sabaten für das Wohl der Oberhäupter der Schulen (Rcscds Kalla) zu Babylon gebetet, trotzdem diese längst nicht mehr 'vorhanden sind. Diese Liebe zur Wissenschaft und die Würdigung derjenigen, die sie betrieben, hat sich bis auf den heutigen Tag unter den Inden erhalten. Freilich ist mit dieser Würdigung nicht die Pflege der Wissenschaft, und wir haben hier zunächst die jüdische im Auge, Hand in Hand gegangen. Zur Zeit des Herodes sah man sich genöthigt, einen Babylonier, aus die man sonst mit einer gewissen Geringschätzung herabsah, als Oberhaupt des Synhedrions nach Jerusalem zu berufen und — si licet eomponere — im verflossenen Jahrhundert hat Ulan die Rabbiner zumeist aus Polen geholt. Zu wiederholten Malen mußte im Lause der Zeit die Frage auftauchen, in welcher Weise es möglich wäre, für die Zukunft zu sorgen und Pflanzstätten zur Heranbildung von Rabbinern zu gründen. Die Jeschibot vertraten die Stelle der Universitäten für angehende Rabbinatsjünger. Es ist bekannt, in welcher Weise hervorragende Jeschibot sich bildeten. Der Rabbiner oder Privatgelehrte, welcher derselben Vorstand, hatte von Niemanden die Autorisatlon dazu. Unterricht ertheilen gehörte zu den Attributen des Rabbiners, auf welches wohl Niemand verzichtete, und es war der Ehrgeiz eines jeden Rabbiners oder Laien, der den Beruf in sich fühlte zu lehren, diesem Berufe, wenn auch nicht von Amtswegen nachzukommen. Die Zahl der Schüler anfänglich geringe, wuchs in dein Verhältnisse, je mehr die Tüch- 13 *

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