Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 210)
- Language
- German
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184 burt bis zum Grabe, weilt bei ihm vom Morgen bis zum Abend, bei den Freuden der Tafel und im Genüsse der Natur. Ueberall, nicht blos im GotLeshause, sondern in seinem ganzen Thun und Lassen sollen dem Juden Erinnerungszeichen sich bieten, daß sein Leben ein geheiligtes sein müsse! Die Worte 3. Mos. 20, 25 u. f/schienen mir übrigens deutlich genug den unverbrüchlichen Werth der Speisegesetze auszusprechen. In neuester Zeit, wo man den Einfluß der Nahrungsmittel auf die geistige und sittliche Entwicklung des Menschen dargethan hat, zeigt sich erst recht die hohe Weisheit jener alten Gesetze, wie sie von unseren vorzüglichsten älteren Autoren motivirt wurden. Ich kann, wie Sie einsehen werden, diesen Gegenstand hier nicht erschöpfen; glaubte aber die Gelegenheit nicht Vorbeigehen lassen zu dürfen, meine Ansicht im Allgemeinen darüber auszusprechen; auf die Gefahr hin von Manchen mißverstanden zu werden, welches jedoch bei Ihnen sicherlich nicht der Fall sein wird. Als Erzeugnisse auf theologisch-philosophischem Gebiete nenne ich noch S. Rubin's (hebräische) Entgegnung an S. D. Luzzatto zur Rechtfertigung Spinoza's, den allerdings der inniggläubige Gelehrte in Padua hart angegriffen hatte; Spinoza ist universeller aufzufaffen! — Schmiedel (Rabbiner in Proßnitz) schrieb mehrere Artikel »über den philosophischen Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Quellen« in Frankens Monatschrift, und David Asher (in Leipzig) veröffentlichte eine Dissertation unter dem Titel »der religiöse Glaube«, welche von vieler Belesenheit zeigt und auch auf Saadia's Schriften hinweist. — Von Saadia's Hauptwerke »Emunoth we Deoth«, sowie von Chisdai's »Or