Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 208)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2609281-2609294--4554-2611902- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
182 sicht höher stehe als das Alterthum und das Mittelalter, kömmt er am Schluffe auf die religiöse Idee. »Drei Momente (äußert der Verfasser): das Abhängigkeitsgefühl, die Sehnsucht des Herzens nach dem Höheren, der Drang der Vernunft nach der Ursache aller Erscheinungen zu fragen — diese drei Momente in ihrer Vereinigung haben die Religion zu einem nothwendigen, unabweichlichen Elemente der Menschennatur gemacht.« — »Die Juden als erste' Verkünder sind heute noch die Bewahrer der ganzen religiösen Idee, jedoch noch nicht ganz vom nationalen Boden losgelöst!« — »Die Ethik oder sittliche Partie der Religion hat still und unvermerkt eine große und immer größere Herrschaft sich bereitet.« Der Verfasser wirst noch einen geistigen Blick in die Zukunft und Sie werden zwischen den Zeilen lesen, daß er, ohne auf coneretes Gebiet überzugehen, in allgemeinen Umrissen ungefähr dieselben, höheren Resultate hinstellt, wie solche im Werke Salvador'^ ausgeführt sind! — Von speciellerer Tendenz, aber den Geist des Judenthums nach seinem Dogma, Kultus, Moral- und- Socialgesetze, seiner Vergangenheit und Zukunft mit Wärme und Glaubensinnigkeit umfassend, ist das Werk von S. Bloch (in Paris) »In foi d’Israel,« welches eine deutsche Uebersetzung verdient. — Emanuel Hecht hat ein Religionsbuch für höhere Schulen und gebildete Familien veröffentlicht, betitelt: »dasJudenthnm.« Das Werkchen dieses gefeierten Schulmannes soll einem gefühlten Bedürfnisse abhelfen und ist im Ganzen gut und zweckmäßig, obgleich der Verfasser nicht immer mit der Festigkeit auftritt, wie solche, nach meinem Dafürhalten, in Religionslehrbüchern, die für die Jugend und für erwachsene Laien abgefaßt sind, erforderlich wäre. So läßt der Verfasser dahingestellt, ob der größere Theil der mosaischen Ceremonialgesetze für Aufgehoben zu betrachten sei oder nicht.