Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 202)
- Language
- German
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schaft.« In letzterem mache ich Sie auf einen Aufsatz »über Hillel und seine Rabbinerschule« aufmerksam. Es wird Sie freuen von einem Manne, wie Ewald, der auf positiv-christlichem Standpunkte steht, die Glorificiruug jenes großen Synedrialhauptes sowohl in sittlicher als politischer Hinsicht zu vernehmen. Da wird nicht blos gezeigt, daß (was christlichen Lesern nicht allenthalben bekannt ist) der neutestamentliche Spruch: »Was Du nicht willst, das man Dir thue, thue Andern nicht,« schon früher von Hillel gelehrt worden seiz es werden auch die übrigen Aussprüche HillePs durchgegangen und ihr tiefer ethischer Kern hervorgehoben. Ueber Hillel (den der Verfasser gegen Jost und Grätz, aber mit Kämpf für den Pollio des Josephus hält) und seine Schule äußert E. unter Andern folgende Worte: »Nie in aller Geschichte ist die bloße freie Schule, welche, ohne auf Herkommen und Stand der Schüler zu sehen, allein durch die wetteifernde Fähigkeit ihrer Geister sich erhält und unter günstigen Zeitlagen ihre große Macht immer stolzer erweitert, mehr zu einer alles leistenden Macht geworden als in jenen Jahrhunderten, da sie die wahre Religion als ihr einziges Gebiet ergriff.« Noch spricht sich auch Ewald bei Beurtheilung eines Werkes von Saulcy sur Part judaique dahin aus, daß es im Volke Israel nicht blos »eine Kunst der Muük und Dichtung von herrlichster und allseitigster Ausbildung mit Einschluß des Drama's, eine Kunst der Schriftstellerei in allen Arten, sondern auch eine Kunst der bildenden Hand mit allen ihren so sehr verschiedenen Gattungen gegeben habe.« Ich konnte mich nicht enthalten, dieses gewtß unparteiische Zeugniß von der hohen Cultur unserer Altvorderen mitzutheilen. — Tuch (Professor der Theologie in Leipzig) schrieb eine Disser-