Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 180)
- Language
- German
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154 rausche Thätigkeit, die für ihn eine Lieblingsbeschäftigung war, bis kurz vor seinem Tode fortzusetzen. Die Kanischaner Gemeinde hält sein Andenken in Ehren, indem sie die Verfügung getroffen, daß sein Name bei der Feier des Seelengedächtnisses genannt werde. Emma Seckstein in Wien, geborne Wertheimber aus Bayreuth, starb am 29. November 1859. Obgleich ihre Stellung ihr jede Einwirkung auf das öffentliche Leben versagte, so verdient doch ihr stilles Walten hier eine Stelle. Nicht der lange Trauerzug, der ihrem Sarge folgte, auch nicht Worte, so sinnig und beredt sie waren, womit der geistvolle Manheimer ihr Andenken beging, geben das ausreichende Maß für die Verehrung, welche die edle Frau bei Nah- und Fernstehenden genoß. Aber die Thräne, die warm und reichlich aus den Augen derer drang, die ihr Grab umstanden, sie sprach es vollends aus, daß sie Vielen viel gewesen: ihrem Gatten fünfzig Jahre hindurch — in wenigen Monaten sollten sie die goldene Hochzeit feiern — ein liebevolles Weib, ihren Geschwistern und entfernten Anverwandten eine treue, sorgsame Freundin, Vielen eine einsichtsvolle Rathgeberin und Helferin, Allen, die in ihre Nähe kamen, bis zu ihrem Ende eine liebenswürdige Frau von Herz und Welt. Sie gab mehr als von ihrem Ueberflusse, und wie sie gab, war noch mehr als was sie gab: sie gab und sie machte geben, und dazu war ihr noch im vorgerückten Alter kein Weg zu den Armen zu weit, kein Weg zu den Reichen zu lästig. Aber das wußten die kaum, welche ihr zunächststandenz denn jede schöne That war ihr ein zartes, nicht vor den Augen der Menge zu entweihendes Geheimniß. Und nicht zufrieden, nach außer: still und beglückend zu wirken, erfüllte sie ein seltener, dr:rch die Jahre nicht gehernmter Trieb, sich fort und fort rrach imten auszu-