Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 177)
- Language
- German
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151 Seiten der nicht-israelitischen Prager Bevölkerung, wo noch die Antipathie gegen Juden und Judenthum — wie in allen älteren Städten, wv einst ein Ghetto bestanden — nicht ganz erloschen ist, anerkannt. In Berücksichtigung seiner Verdienste um die Prager Commune, wie um die vaterländische Industrie rc. wurde er zum Stadtrath gewählt und mit dem goldenen Verdienstkreuz decorirt. Im Strudel der großen Welt, wo er lebte und wirkte, wußte er aber ein Nationalkleinod unversehrt zu bewahren: ein warmes Herz, das für sein Volk, seine Geschlchte und seinen Glauben glühte. Er war ein liebender Gatte und Vater, ein treuer Freund, ein Förderer und Pfleger der Wissenschaft und Kunst, eine kräftige Stütze seiner Mitbürger, deren volles Vertrauert er Ln hohem Grade besaß. Eine wohlthätige Stiftung aus 5000 fl., die er letztwillig begründete, sichert die Verewigung seines Andenkens. Dr. Moriz Horschetzky in Kanischa starb am 7. November 1859. Einer biographischen Skizze seines Wirkens im Ben-Chananja (III. Jahrgang, 2. Heft) entnehmen wir Folgendes; H. wurde 1777 zu Bidschow in Böhmen geboren. Der Hauptgegenstand des Unterrichtes, den er in seiner Kindheit genoß, waren Bibel und Talmud. Doch besuchte er zwei Jahre hindurch die in Folge der Verordnungen Kaiser Josephs II. entstandene Trivialschule seiner Gemeinde. Auch wurde er von dem Ortsrabbiner Tobias Levit in den Elementeu der Arithmetik und Geometrie unterrichtet. In Prag, wohin er noch im Knabenalter kam, setzte er seine hebräischen Studien fort, besuchte aber auch die israelitische Hauptschule, und bereitete sich zum Studium der Humaniora vor, welchem