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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 45

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 45 (sequence 71)
Language
German
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f 45 Bruder zu dessen Labung mitgebracht. Noch weiter ging Hillel, vor dem ein Manu als Verlangender erschien, der vordem hoch zu Rosse mit Läufern voran zu reisen gewohnt war. Hillel verschafft Geld und Roß, und da er keinen Läufer auftreiben konnte, versieht er selbst den Dienst eines solchen und lauft vor dem Manne bis zum nächsten Sprengel einher. Und all das wird als schuldige Pflicht erkannt, während für die vom Talmud so genannten Liebeswerke gar kein gesetzlich Maß besteht; denn man kann Liebe weder befehlen noch begrenzen. Diese geschilderte Armenverfassung lag allen spätem,- wie auch veränderten Einrichtungen zu Grunde. Mit bcm Armenfonde traten dann noch andere Wohlthätigkeitsanstalten in Verein, vornehmlich die schon im Alterthume wurzelnden »heiligen Brüderschaften«, denen Krankenpflege' und Beerdignngsangelegenheiten, wie die Einrichtung der Herbergen oblagen. Für diese verfaßte vor 200 Jahren ein Prager Rabbiner das Verwaltungsstatut, welches allen in den Judengemeinden Oesterreichs, Rußlands und eines großen Theiles von Deutschland in diesem Puncte geltenden Normen zu Grunde liegt. Seit dem Bestände dieses Entwurfs blühen die heiligen Brüderschaften selbst in den kleinsten Gemeinden rasch auf. In neuerer Zeit entstanden weitere Vereine für Kleinkinderbewahranstalten, Beförderung der Handwerke, ferner Siechen-, Waisen-, Pfründnerhäuser, Erziehungsanstalten für Taubstumme und unzählige andere Wohlthätigkeitsinstitute, über deren einzelne schon frühere Jahrgänge dieses Buches Berichte von kundiger Feder brachten. Fahrende Juden. Tief in der Menschennatur ist der Wandertrieb begründet, denn er wurzelt in jenerWechselbedürftigkeit der unstäten Seele,

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