Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 53)
- Language
- German
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27 zu enormem Reichthnm führen, so ist klar, daß die Talmudisten eigentlich nur eine gesicherte, ruhige und zufriedene Eristenz meinen. Für die Richtigkeit dieser Ansicht sprechen folgende Belege: Rawa frug einst Raw Paza und Raw Huna, ob sie Reichthum besäßen. Ja, erwiederten sie, wir besitzen Jeder ein kleines Stück Feld, das uns ernährt (Horiot 10). Reich wird im Talmud genannt 1. der mit seinem Theile zufrieden ist (Abot 4, 1). 2. Der sein Einkommen verzehntet (Wohlthätigkeit übt). 3. Die Tora und den Sabbat ehrt (den Reichthum nicht durch Verletzung der religiösen Vorschriften, namentlich des Sabbats sich erwirbt). (Sab. 119). 4. Wem es ent den nöthigsten häuslichen Bequemlichkeiten nicht fehlt. 5. Wer seinen Reichthnm genießt (Sab. 25). Aber nicht nur indirect, sondern auch ausdrücklich spricht der Talmud an vielen Stellen seinen Abscheu gegen die Plutvkratie aus. Das Verbot der Schrift: Ihr sollt Euch keine goldenen und silbernen Götter machen, bezieht er auf die Gold- und Silbervergötterung (Sanhed 7); von dem Reichthnm will er jede Armuth (der Gesinnung) verbannt wissen (Sab. 102; Retub. 106), die Reichen Babylons läßt er (wegen ihres Hochmuthes) in die Hölle fahren (Beza 32) und um der Plutokratie den Stempel der Lächerlichkeit aufzudrucken, läßt er Hamau alle seine Reichthümer sich auf der Brust eintätowiren, damit jeder Vorübergehende sie lese (Megilla 15). Wenn dennoch die Plutokratie unter den Juden einheimisch geworden, so kann dies nur theils dein allgemeinen Zeitübel, theils der von ihnen eingenommenen bürgerlichen Stellung zugeschrieben werden; denn wer nichts mehr haben darf als Geld, dem muß das Geld sein Abgott, sein Alles sein, und