Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 50)
- Language
- German
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Die Plutokratie und das Zudenthum. Von A. KohNi Kreisrabbiner Ln Raudnitz. Zu einer Zeit, wo die Geldmacht zur ersten Großmacht geworden, vor der Alles im Staube liegt, wo der Geburtsadel vor dem Geldadel sich beugt, und selbst Fürsten gezwungen sind, ihre Herrschaft allzuerkennen; zu einer Zeit, wo das Geld einen solchen Zauber verbreitet, daß fest bewährte Männer in den Abgrund des Verbrechens hinabgerifseu werden; in einer solchen Zeit dürfte es nicht uninteressant sein, die Frage zu erörtern, ob denn der dem Juden gemachte Vorwurf der Plutokratie in seinem religiösen Bekenntnisseund nationalenCharacter oder in den bürgerichen Beschränkungen seinen Grund hat, wodurch er gezwungen war, das Geld als seine einzige Hilfsquelle für alle Eventualitäten, als seine einzige Schutzwaffe gegen feindliche Angriffe und als seinen einzigen Freund tu der Noth zu betrachten. In der heiligen Schrift wird gar oft von der Herrschaft des Geldes als dem gefährlichsten Feind der Religion und Sittlichkeit gewarnt; so im 5. B. M. Cap. 6 V. 7, 8, und Cap. 9, V. 12—14. Um dieser religionsgefährlichen Herrschaft nicht Beute zu werden, war es dem König verboten sich Gold und Silber Ln großer Menge anzuhäufen (5. M. 17, 17), galt in vielen Fällen die Kriegsbeute als ein unantastbares Gut. (1 M. 14, 23; Jos. 6, 19; Est. 9, 15.) Gegen alle Laster ihrer Zeitgenossen eifern die Propheten,nur nicht gegen die Geld-