Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 48)
- Language
- German
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nicht an und die dem Einen erwiesene Ehre erfreut sämmtliche Israeliten. Die israelitischen Soldaten eines jeden Truppenkörpers überwachen gar strenge die Ehrenhaftigkeit ihrer Glaubensgenossen, weil ihnen wohl bekannt, wie tief noch das Vorurtheil wurzelt und die üble Gewohnheit: für den von einem einzigen Israeliten begangenen Fehltritt seine sämmtlichen Glaubensgenossen verantwortlich zu machen. Das Zusammenhalten, das freundschaftliche Verhältniß der Israeliten unter einander ist in der österreichischen Armee sprichwörtlich worben. Trifft den Einen irgend ein Verlust, so wird er gewiß von seinen Glaubensgenossen unterstützt, und wir könnten Beispiele von Edelmuth und Aufopferung erzählen, welche dem humanen Zuhörer wohlthun und seine Sympathie in höherem Grade erregen würde. Desgleichen erwähnenswerth ist die Anhänglichkeit der israelitischen Soldaten zu ihren Eltern und zu ihren abwesenden Anverwandten. Nicht ohne Rührung haben wir oft erfahren, daß israelitische Soldaten von ihrer kargen Löhnung sich einige Gulden zu ersparen wußten, um damit die arme Mutter oder sonst einen nahen Verwandten zu unterstützen. Was die persönliche Tapferkeit der israelitischen Soldaten anbelangt, so haben wir mit freudiger Erhebung im letzten Feldzuge bemerkt, wie kräftig sich dieselbe zu offenbaren vermag. Sie schraken nie vor der Uebermacht zurück, eingedenk des göttlichen Befehles. (5. Buch Mos. 20. Cap.) Je Heller das heilige Feuer der wahren Religion in ihnen lodert, desto zuversichtlicher gingen die Israeliten zum Siege, und wenn auch das Schlachtfeld mit Leichen bedeckt war, Verwirrung und Verwüstung ringsum herrschte und große Truppenabtheilungen zum Weichen brachten, so sah man durch Blut und Flammen israelitische Jünglinge in die Mitte der feindlichen Schaaren sich werfen, um die geliebte