Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 47)
- Language
- German
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21 Individuen befinden, gibt man gewöhnlich dem israelitischen Feldwebel vorzugsweise das schwierige, aber auch mit vieler Verantwortlichkeit verbundene Manipulationsgeschäft, weil man ebensowohl auf seine Geschicklichkeit und Pünktlichkeit, wie auf seine Unbestechlichkeit rechnen kann. Desgleichen erwiesen sich die israelitischen Officiersdiener als die txcuefteu und verläßlichsten. Im Allgemeinen kennzeichnet den israelitischen Soldaten eine lobenswerthe Pflichttreue, welche bis auf die geringsten Diensteseinzelnheiten sich erstreckt. Dieses unverdorbene Pflichtgefühl steigt »als ein ewiges Sternbild in den Himmel der Zukunft« und berechtigt uns zu den schönsten Hoffnungen. Das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht geht aber Hand Ln Hand mit jenem sittlichen Gefühle, welches unter allen Wechselfällen des Lebens eine innere Zufriedenheit und Gemüthsruhe verleiht. Dies bemerken wir immer beim israelitischen Soldaten, wenn er die Flegelwochen des Reeruten hinter sich hat. Sobald er sich einmal die besonderer: Gewohnheiten des Militärlebens zu eigeil gemacht hat, stellt sich bei ihm eine herzgewinnende Heiterkeit und Gemüthlichkeit ein. Urheber sämmtlicher sogenannter »schlechten Witze«, Erfinder der meisten beim Militär curfirenden »Mörtel« und witzigen Einfälle, ist der israelitische Soldat die Seele vielfacher Unterhaltungen und ein beliebter Gesellschafter. Zuweilen wird er von seinem zersetzenden Verstände in Unbequemlichkeiten versetzt. Seiner Kritik entgeht selten das Lächerliche oder Ungesetzliche. »Und manche Wahrheit wird von ihm an's Licht gezogen, dieViele längst gewußt und Keiner recht erwogen.« Doch besitzt erTact genug, um nicht in dieRolle des lieblosen und strafwürdigen Tadlers git verfallen. Was den Israeliten aller österreichischen Provinzen eigenthümlich ist und was sie besonders auszeichnet, das ist die Solidarität, womit Alle für Einen einstehen. Der Neid ficht sie