Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 270)
- Language
- German
- Belongs to
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232 hat, uns herausjagen wollte, oder uns verbieten, unser Gewölb da zu halten, weil er auch mit Eisen handelt. Aber der Piemontes' mit sammt dem Franzosen soll nur zusehen, ob das so mir nichts, dir nichts geht. Und der Kaiser von den Franzosen soll gar Soldaten in seiner Armee haben, die auf ihrem Tornister Katzen tragen, und wenn man mitten im Gefecht ist, springt einem die Katz' ins Gesicht. Aber als Kürschnergeselle weiß ich schon, wie man mit Katzen umgeht. Einige Cameraden von mir lachen und tanzen, andere sind wieder traurig, weil es jetzt Ernst wird, und sie daran denken, was ihrem jungen Leben Alles geschehen kann. Ich glaube aber, ein Soldat soll keins von Beiden sein, nicht allzu lustig, aber auch nicht traurig. Unser Corpora! sagt das auch. Die Mutter Leben bis zu hundert Jahren soll cs auch so machen, weil ihr Sohn doch ein Soldat ist, und wenn sie ein gar zu beschwert Herz bekommt, soll sie an unfern Kaiser denken, dem man sein Land wegnehmen will. Dies ist wahrscheinlich der letzte Brief, den ich Euch aus unserem Jtalium schreibe. Gott der Lebendige weiß, wann ich wieder dazu komme. Aber die Mutter Leben soll nicht gleich erschrecken. Jetzt muß ich wieder schließen als Euer aufrichtiger Sohn bis in das finstere Grab. Marcus Spitz. Mein zweiter Lieutenant, der Moriz Zion heißt, wie ich Euch neulich geschrieben, kommt mir immer bekannter vor, je mehr ich ihn ansehe. Wenn er nur nicht in der Uniform wäre! Ich glaube immer, ich wüßte schon, wer und was er ist. Hat die Mutter Leben das kleine Schimmele zu der alten Varuschka geschickt? Uebrigens ist der Waelaw Jaresch noch immer der alte »Rosche«. Obiger.«