Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1859-01-01 · Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859) · p. Seite 231

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 231 (sequence 269)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2609281-2609292--4325-2611672
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

231 einen Lieutenant haben, über den ich meine besonderen Gedanken habe. Er heißt Moriz Zion. Merkt Zhr schon was? Er hat auch in seinem Gesichte etwas Bekanntes, und wenn ich manchmal mit ihm zu reden habe, kommt mir etwas auf die Zunge, als wenn ich noch bei Euch zu Hause in der Gasse wäre. Bis dato habe ich mich aber nicht getraut darnach zu fragen, weil es sich nicht schickt; ich werde es aber schon bei Zeiten erfahren. Jetzt lebt wohl und gesund und grüßet mir wieder die ganze Compagnie, die am Sabbatnachmittag in unserer großen Stube zusammen kommt, als: Rebb Feiwel Buchhalter und Lippmann Schneider und Josua Goldarbeiter, und die Mutter Leben bis zu hundert Jahren soll nicht vergessen, das kleine Schimmele zu der alten Baruschka zu schicken, was einmal bei uns hat die Lichter geputzt und eingeheizt hat, und ihr das Obige auszurichten. Euer geliebter und treuer Sohn Marcus Spitz. Nachschrift. Ich muß Euch noch sagen, daß wir seit einigen Tagen doppelte Löhnung bekommen und der Vater kann sich berechnen, wie viel das unserem Kaiser jetzt mehr kosten muß. Aber wir sind auf dem Kriegsfuß und da soll die Mutter Leben darüber nicht erschrecken. Gott wird mich schon schützen. — Obiger Marcus Spitz. Mailand, den 2. Mai 1859. Dieses Mal, herzliebste Eltern und Geschwister Leben bis zu hundert Jahren, kann ich nichts dafür, daß ich Euch erschrecken muß. Rebb Feiwel Buchhalter hat Recht gehabt: wir ziehen in einen großen und fürchterlichen Krieg. Ihr werdet schon wissen, was vorgeht. Der Piemontes will unserem Kaiser ein Stück Land wegnehmen, und der Franzos will ihm dabei helfen. Das ist gerad so, als ob Hirsch Brandeis, der schon lang ein Pick auf unser Haus

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.