Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 259)
- Language
- German
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22 i Beim Abschiede sagte Rebb Feiwel Buchhalter, nachdem lange seine Hände segnend auf dem Haupte des jungen Soldaten gelegen waren: »Wenn Du wieder zurückkommst, Marcus, da wirst Du mich draußen auf dem »guten Orte« antreffen, wenn Du mein noch gedenkst. Eins nur sage ich Dir: der Napilion ist ein gewaltiger Kriegsherr und das Leben des Menschen ist vor ihm wie das Leben einer Fliege. Wenn er aber sieht, daß man sich vor ihm nicht fürchtet, so hat man es halb gewonnen. Furcht' Du Dich nicht, Marcus Leben!« »Wird er denn überhaupt wieder zurückkommen?« rief Genenbel in überströmendem Jammer. »Hat er ein Arbah-Kanfes an?« fragte der Buchhalter mit einer gewissen Heftigkeit. »Und was für eins!« erwiederte Gencndel, »kein Landrabbiner brauchte sich dessen zu schämen.« Da tappte der Buchhalter zu seinem Schreibtische, aus dessen hinterster Schublade er ein kleines in weißes Papier gewickeltes Päckchen nahm, und rief dann Genendel zu sich. »Da nimm',« sagte er so leise, daß er von dem Recruten nicht gehört werden konnte, indem er ihr das weiße Päckchen in die Hand schob, »und nähe es ihm in das Säckchen ein, wo die Zizis (Schaufäden) liegen. Ich kann Dir sagen, Genendel, was darin ist. Erd' aus Jeruschulaim! »Rebb Fciwel! Sie geben das weg!« rief Genendel voll dankbaren Staunens und zog die Hand des Greises an ihre Lippen. »Sei still!« mahnte dieser mit einem bedeutsamen Lächeln. »Ich komm' auch ohne die Erd' da hinüber, aber dein Sohn hat noch nichrs dort zu thun. Ihn soll sie schützen!« —