Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 222)
- Language
- German
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184 damals auch Wien gehörte, so wie den Bischof von Prag zu einer Kirchenversammlung. Am 10. Mai 1267 trat das Cvmilium in der Wiener Pfarrkirche zu St. Stefan zusammen. Reben vielen andern Geistlichen waren sechzehn Bischöfe und infulirte Prälaten anwesend; ausdrücklich erwähnt werden die Bischöfe Johann III. von Prag, Peter von Paffau, Bruno von Brixcn, Conrad von. Freisingen, Leo von Regensbnrg. und Amulrich von Lavant. Der oberste Kirchenfürst der Diöcese, der Erzbischof Wladislaw von Salzburg, war nicht zugegen, wenigstens wird seine Anwesenheit in gleichzeitigen Berichten nicht erwähnt. *) Die Berathungen der Versammlung 1) Die hier mitgetheilten Einzelheiten sind ans folgenden meist gleichzeitigen Chroniken geschöpft: Can. Prag. Cent. Oosmae M. G. XI., 180. Cont. Claustvoneob. IV. i'b, 647. Historia annorum 1264- 1277) ib. 651. Cont. Praed. Tindob. ib. 728. Hermannus Altahensis Po oh in er Fontes rer, Genn. II. 519. Sehr auffallend ist, daß die so ausführlichen Salzburger Annalen (Arm. Scfci. liudberti Salisb. M. G. XI, p, 760 n. ff.) des Wiener Conciliums gar nicht gedenken. Daß der Erzbischof Wladislaw dem seiden nicht beiwohnte, nehmen wir als gewiß an; Hermann von Waich, der die anwesenden Bischöfe einzeln auszablt, würde ihr Haupt, den Erzbischof, sonst gewiß nicht unerwähnt gelassen haben, die entgegengesetzte Ansicht des Lazills und Rauch beruht aus leeren Bermnthungen. Es ist anzunehmen, daß Wladislaw nicht zum Eon eil gekommen ist, weil er damals noch immer nicht ronseenrt war. — Wenn der vortreffliche Ranch, Oesterreichische Geschichte, Band III, 320, übrigens vermurhet, der Legat habe erst, nachdem er »die Genehmhaltnng König Ottokars dazu erhalten,« das Concit berufen, so erkennt man in ihm den Zeitgenossen Josephs II.; im 13. Jahrhundert hatte ein päpstlicher Legat, zumal in Deutschland, nicht viele Umstände zu machen.