Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 182)
- Language
- German
- Belongs to
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144 scheu Schriftthume dazu, um diese Arbeit zu unternehmen und gegewiß wird das Publicum das Werk zu würdigen wissen und dem »Institute zur Förderung der israelitischen Literatur« danken. Keine Sage von Bedeutung und Erheblichkeit ist ausgelassen und wir sprechen ein großes Wort gelassen aus, wenn wir sagen: ein wahrhaft biblischer Geist und biblische Sprache weht durch die Darstellung. Die Erzählungen sind mit Einfachheit und Natürlichkeit dargestellt und fesseln in hohem Grade. Der Verfasser hat wohl weislich die Klippe vermieden, die orientalische Bilderpracht durch neue Bildergruppen zu verstärken und dadurch die Einfachheit des Gemäldes zu stören. Wenn wir in dieser Beziehung etwas zu tadeln hätten, so ist es, daß bei der Angabe verschiedener Meinungen und Ansichten diese neben einander gereiht sind, wodurch die Uebersichrlichkeit etwas gestört wird. Es wäre wohl besser gewesen Eine Ansicht festzuhalten und die andern in das Unterhaus der Anmerkungen zu verweisen. Diese nehmen freilich einen sehr großen Theil des Buches ein. Gewiß aber werden sie von Gelehrten mit vielem Fleiße studiert werden, denn sie geben Zeugniß von dem großen Forscherfleiße des Verfassers. Es ist hier nicht der Ort eine splitterrichtende Kritik zu üben. Wir wollten nur die Aufmerksamkeit der Leser auf dieses Buch lenke», weil dasselbe mannigfachen Zwecken entspricht. Das große jüdische Publicum wird in diesem Buche Ersatz für die früheren Schriften dieses Genres in vorzüglicher Darstellung finden. Und allerdings braucbt die Mehrzahl derartige Schriften, die eben so sehr zur Erhebung und Erbauung, wie zur Läuterung des Geschmackes beitragen. Wir glauben aber auch, daß die Lecture dieses Buches für weitere Kreise von großem Interesse sein wird. Volkssagen spiegeln am besten den Geist des Volkes. Zm Judenthum ist das religiöse