Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 165)
- Language
- German
- Belongs to
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127 Allerdings war es schwierig bei der Schilderung manches Einzelnen in der neuesten Zeit die Objektivität immer sestzuhalten. Darum hätten wir gewünscht, daß das Werk etwa mit Ende des 18. Jahrhunderts oder mit dem Jahre 1814 abschlöße; die neuesten Entwicklungen im Judenthume sind, unsers Bedünkens, noch nicht so weit fertig, um schon zur »Geschichte des Zudcnthums« zu gehören. — Apologetische Zwecke in Bezug auf die Resormgemeinde in Berlin verfolgen die Schriften Ritter's »Mendelssohn und Lessing als Begründer der Reformation im Judenthum« und Holdheim's »Geschichte der Entstehung und Entwicklung der jüdischen Resormgemeinde in Berlin« und »Moses Mendelssohn und die Denk- und Glaubensfreiheit im Judenthum«. In letzterem Schriftchen wird die von Manchen aus dem Satze in Mendelssohn's Jerusalem, »daß das Judenthum keine Glaubensartikel habe« gemachte Folgerung, als sei das Judenthum gleichgiltig gegen religiöse Wahrheit, für durchaus irrig erklärt und sodann die Nothwendigkeit der religiösen Confirmation für die Anhänger der Reformgenossenschaft nachgewiesen. — Als historisch-biographische Monographien sind zu bezeichnen Oelsner's »Schabtai Bassista« und Klemperer's »Rabbi Jonathan Eubeschütz,« ‘) worüber Unterzeichneter sich in Fränkels Monatschrift Jahrgang 1858 näher ausgesprochen hat. — Einen interessanten Beitrag zur Geschichtsforschung findet man in der Abhandlung von Grätz (Jahresbericht des Fränkel'schen Seminars in Breslau 1858) »über die westgothische Gesetzgebung in Betreff der Juden.« — Eine *) Rabbi I. Eubeschütz schrieb sich nicht »Eubenschütz«; wie aus einer Urkunde im k. k. Staatsarchiv zu Wien nachgewiesen werden kann. Auch die Relikten Eubeschütz's in Dresden schrieben sich nie Eubenschütz! (S. das Facsimile, welches dieses Jahrbuch bringt. D. Red.)