Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 164)
- Language
- German
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126 früheren pilpulistischen. Doch vermögen wir nicht mit allen Ausführungen und Erklärungen des Verfassers übereinzustimmen; namentlich sucht er zu viel Analogien mit den griechisch-römischen Sitten und Sprachen. Ausführlicheres müssen wir uns für einen andern Ort Vorbehalten. — Die talmudische Lexikographie hat in Schönhak's (in Warschau) »Hamasbir« oder »aramäisch-rabbinisch-deutschem Wörterbuche« einen kleinen Fortschritt gemacht, der erst recht ans Licht treten läßt, wie viel in diesem Gebiete noch zu thun ist. Doch ist das Bestreben des Verfassers, zumal in Betracht seiner Mittel und Umgebungen, immer dankenswerth und sind manche Fehler Buxtorfs und M. Landau's verbessert. — Einen Versuch wissenschaftlicher und zugleich musivischer Bearbeitung der altrabbinischen Hagada in Bezug auf biblische Personen lieferte Unterzeichneter im »Leben Abrahams«. — Kitseer's (in Preßburg) »Inhalt des Talmuds und seine Autorität« hat einseitigpolemische Tendenz und ist ohne wissenschaftlichen Werth. Eine ausführliche Monographie des jüdischen Rituswesen unter dem Titel »die Ritus des synagogalen Gottesdienstes, geschichtlich entwickelt« schrieb der Altmeister Zunz als zweite Abtheilung seiner »synagogalen Poesie des Mittelalters«. Noch erschien von demselben »Damaskia« und die Vorschriften über Eidesleistung der Juden«. Zunz schreibt nichts, woraus nicht Vieles zu lernen wäre und worüber es nicht Vieles zu denken gäbe; dies ist auch bei obgedachten Schriften der Fall. Der Kluge und Weise wird das Geniale und Anwendbare darin wohl leicht erkennen und zu würdigen wissen. — Die »Geschichte des Judenthums und seiner Secten« von Z. M. Jost ist mit der zweiten Abtheilung fort- * gesetzt und nun mit der dritten Abtheilung, die bis auf unsere Tage geht, beendet worden. Die zahlreichen Leser der früheren umfangreichen Geschichtswerke Jost's kennen genugsam den welterfahrenen Ton und die Haltung, die diesen Autor characterisiren.