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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1859-01-01 · Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859) · p. Seite 64

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 64 (sequence 102)
Language
German
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64 sendete, kehrte er nach seiner Lieblingsstadt Zolkiew zurück, um die Segnungen des Friedens nach allen Richtungen zu verbreiten, und das früher begonnene Werk der Civilisativn zu vollenden. Unter den Wohlthaten, die Sobieski der israelitischen Bevölkerung Polens bis an sein Lebensende zugewendet, ragen einige von hoher Bedeutung glänzend hervor, die es wohl verdienen in die ewigen Blätter der Geschichte registrirt zu werden. So errichtete er in der von ihm mit besonderer Vorliebe gepflegten Königsstadt Zolkiew (1678—1692) dem Gott Israel zu Ehren und sich selbst zum Ruhme die große Synagoge am Turinkarthor, ein herrliches Baudenkmal im italienischen Styl. Dieses Bethaus wurde gleichzettig mit der schönen mit herrlichen >Fresken — die Belagerung und Befreiung Wiens darstellend — gezierten, ebenfalls auf Sobieski's Kosten erbauten Pfarrkirche am Glinskerthor und von demselben Baumeister ausgeführt. Man muß den unduldsamen flüstern Geist der damaligen Herrscher und Zeiten sich recht lebhaft ins Gedächtnis zurückrusen, um diese heroische That des edlen Polenkönigs — die dämmernde Morgenröthe einer erst spät in ihrem vollen Glanze erscheinenden Glaubensfreiheit — nach ihrem vollen Werthe zu würdigen. Die Volkssage, welche sich aller großen Erscheinungen und ungewöhnlichen menschlichen Handlungen zu bemächtigen und sie gleich Wunderthaten zu verherrlichen pflegt — hat auch die Geschichte der Erbauung der gedachten Synagoge in den Bereich ihrer »unwillkürlichen Selbstdichtung« gezogen, und im Zauberschein der poetischen Erfindung zu verklären gesucht. So lebt noch heute im Munde des Volkes die Sage, daß bei der innern Ausschmückung des kaum vollendeten Gotteshauses der böse Geist den Baukünstler vom hohen Gerüste hinabstürzte, und „ nur durch die Ausbreitung eines Vorhangs der heiligen Lade, wel-

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