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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1859-01-01 · Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859) · p. Seite 52

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 52 (sequence 90)
Language
German
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IRI
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52 »Zum Bal Moses? Was willst Du von ihm?« »Für Gerschen eine Braut. Ich nehme ihn mit, Gott kann mir unter Wegs helfen, wenn ich dem Rebben ein Pidien gebe.« II. Ueber einen engen unebnen Weg, der sich durch Stoppelfelder hinzieht, schleppen sich schwerbeladen einige mit Leinwanddecken zeltartig überspannte Fuhrwerke. Uebellaunige Fuhrleute versuchen es vergebens, einiges Leben in die müden Schritte der Gäule zu bringen, die mit der schweren Last träge die schlechte Straße hinankeuchen. Das Innere der Wagen ist zum Erdrücken voll. Die Leute, die drin reisen, sind eben nicht verwöhnt und durch Bequemlichkeit eben nicht verweichlicht worden. Wie willen- und leblose Gegenstände find die armen Reisenden in den armseligen Fuhrwerken zusammengepreßt; Frauen, jung und alt, mit rasirten Köpfen, im vorzeitlichen Costume, mit der Perlenbinde auf der buntfarbigen baumwollenen Haube, mir den rothdamastenen Brustlätzen, den faltigen Halskrausen, den breiten Bortüchern, diesen llrgroßmüttern moderner Schürzen, — Männer mit den unveräußerliche» hohen Pelzmütze», in den langen Kaftans mit dem breiten Gürtel um den Lenden, den kurzen Beinkleidern, — Kinder im Schvoße ihrer Eltern, weinend lind greinend, mit Spuren von Krankheit oder Gebrechen sitzen und schwitzen neben einander in gottgefälliger Weise. — Ach, die armen Leute schleppen ihre Wünsche, ihre Roth, ihr Elend, von finsterm Aberglauben und lichtlosem Fanatismus geführt, vor die betrügerische Allmacht eines Wunderma»nes! lind so arm ist Keiner, der nichr mit seinem Wunsche und seiner Roth etwas für den mächtigen Rabbi brächte, an dessen Hilfe er appellirt. Wer wenig hatte, lieh; wer nichts besaß, bettelte; wer konnte, harte seinen lleberfluß eingesackt — der Rabbi soll leben! Die Pilger führen eine lebhafte Unterhaltung und der Rabbi

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