Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 51)
- Language
- German
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13 then ihrer Poesie haben sie zum Kranz um sein Haupt gewunden. Der Dichter Abu-Amr Joseph b. Chasda'l, Vater des berühmten Vesirs von Saragossa Abu-Fadhl Chasda'l, besang in einem schwärmerischen Liede, das erst in jüngster Zeit der Vergessenheit entrissen worden, Samuel Jbn-Nagrela und verglich ihn mit dem Propheten Samuel: »Jsts vielleicht der Samuel, den die Zauberin aus dem Grab erweckt? Ist ers nicht, so ist er doch ihm gleich an Gerechtigkeit und Tugend. Seine Lippen wahren die Erkeuntniß, sein Mund lehrt das Gottesgesetz. Sein Ruhm ist wie der leuchtende Mond, seine Thal wie der erquickende Quell. Die Hoheit ist an seine Schulter gebunden, die Würde an sein Wesen gesiegelt. Du hast Weisheit, Du hohen Geist, Du Kenntniß und Vernunft und Einsicht, Und Segensspende in deiner Hand gleich befruchtendem Regen unv Hochsinn weltengroß.« Samuel ließ sich nichts schenken, nicht einmal das ihm gespendete Lob. Er erwiderte auf diese übersprudelnde Kasside (Lobgedicht) eine andere auf den Dichter in demselben Versmaß und mit demselben Reim. Sie ist indessen bis aus zwei Verse untergegangen. Salomo Jbn-G'ebirol, der tiefe Denker, der bezaubernde Dichter, der erste Weltschmerz-Lyriker, der wahrscheinlich von dem jüdischen Minister unterstützt wurde, als er aus Saragossa ausgewiesen war (nach 1045), widmete ihm viele seiner wohllautenden sinnigen Verse. So hatte dieser seltene Mann, dieser Vesir-Rabbiner, vier Kronen auf seinem Haupte vereinigt, wie die Hauptquelle über seine Biographie sich ausdrückt: die Krone der Lehre, der hohen Stellung, des Levitenthums und des Ruhmes — eine seltene Vereinigung. Das von Manchen belächelte rabbinische Zudenthum konnte keinen würdigeren Vertreter finden. Er erfüllte zugleich seine