Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 41)
- Language
- German
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Afrika von Europa trennt, die gesegnete Halbinsel Hispanien in Besitz nahmen, nannten sie diese schöne Stadt »das jüdische Granada« (Garnatah al-Jahud). Hier fühlten sich die Juden heimisch. In den hohen Bergspitzen mit ihren Schneekronen sahen sie den Libanon, in dem Rauschen des Flusses Tenil hörten sie die heimatlichen Klänge des Jordan. Im Anfänge des eilften Jahrhunderts wurde Granada die Hauptstadt eines zwar mäßigen, aber bedeutungsvollen Königreiches. Rach dem Untergänge der Omejadendynastic, welche Spanien mächtiger gemacht hatte, als später Carl V., erklärten sich die Emire der großen Städte unabhängig und nahmen den Königstitel an. Der aus der Berberei stammende Ziride Habus Jbn-Makes wurde König der Landschaft Granada, wozu noch Malaga und andere Städte Südspaniens gehörten (1020). Zwischen dem Nachbarhofe von Sevilla, wo die Jbn-Abbad herrschten, und den Königen von Granada herrschte eine Rivalität, die oft in kriegerische Feindseligkeit ausbrach, die dann wie die Electricität in einer geschlossenen Kette auf die größern und kleinern Staaten auf der pyrenäischen Halbinsel und bis auf die christlichen Höfe in Nordspanien wirkte. Dadurch waren Jntriguenspiele und diplomatische Verhandlungen in jener Zeit an der Tagesordnung. Jeder Chef brauchte einen gewandten, umsichtigen, berechnenden Staatsmann, um diplomatische Verbindungen hier anzuknüpfen, dort zu hintertrciben. Der König oder Emir von Granada fand einen solchen an Samuel Jbn-Nagröla und überließ ihm die Leitung des Staates. Samuel Halevi b. Joseph Jbn-Nagrvla ‘) (geb. um 993), stammte aus einer alten angesehenen jüdischen Familie, die ihre ’) Die arabischen Schriftsteller orthographiren den Namen konsequent Jbn-Nagreta oder Nagrala, im Hebräischen ist er corrumpirt worden in Nagdilah oder gar G'ekatila.