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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 303

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 303 (sequence 347)
Language
German
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IRI
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303 gung des jetzigen Kaisers Alexander gemacht haben, lassen sich auf Folgendes zurückführen: I. Die Gemeinden werden von den Ausnahmslasten in Bezug auf die Rccrutirung enthoben, und letztere wird rücksichtlich der noch nicht waffenfähigen jüdischen Jugend eingestellt. 2. Den Aerztcn so wie den Doctoren anderer Facultäten wird das Recht zugestanden in den Militär- und Civildienst zu treten. 3. Das in Moskau bestandene Ghetto in Ansehung der fremden Juden wird ausgehoben. 4. Solchen jungen Israeliten, welche sich auf den Gymnasien durch Sittlichkeit und Talent ausgezeichnet haben, werden Stipendien verliehen, damit sie ihre Studien an einer russischen Universität auf Staatskosten fortsetzen können. 5. Die Juden dürfen sich in den Dörfern anstedeln und mit Ausnahme dO Branntweinbrennens jedes Gewerbe daselbst betreiben. 6. Jene Juden, welche an den Grenzen leben, können sich von der Recrutirung mittelst eines Reluitionsbetrags um 300 Silberrubel loskausen. 7. Die Juden dürfen sich in den ehemaligen Militärbezirken ansiedcln. 8. Der Elementarunterricht für jüdische Lehrer wird geregelt, und die Rabbinen werden für die Ueberwachung desselben verantwortlich gemacht. 9. Institute für jüdische Mädchen werden subventionirt. lO. Neu zu erwählende Rabbinen müssen ihre rabbinische und sonstige Schulbildung Nachweisen können. Wo derartige Candidaten sich nicht vorfinden, haben die Gemeinden nach vorläufiger Anzeige an den Minister des Innern das Recht, Rabbiner oder Prediger aus Deutschland zu berufen. Nun kommt aber noch hinzu: die Aufhebung der Beschränkungen, welche den Grundbesitz betreffen, 'und die Berufung von Juden zu ordentlichen Professoren an russischen Universitäten. In diesem Augenblicke wird Dr. Hirschfeld, ein aus Warschau gebürtiger Jsraclite, der sich gegenwärtig in Paris eines bedeutenden Rufes als Anatom erfreut, nach Warschau als Professor berufen. Diese innerhalb eines so kurzen Zeitraumes dargelegte Huld hat allenthalben die dank-

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