Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 333)
- Language
- German
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289 wurden vom Obercantor Herrn S. Sulzer und von den Cantoren Herren Fischer, Goldstein und Julius Sulzer vorgetragen. Unter den geladenen Gästen waren der Herr Bürgermeister Ritter v. Seiller, der t k. Hosrath Ritter v. Winstetten, mehrere geistliche und weltliche Würdenträger. Außer der Herstellung gab die Ausschmückung des Tempels besondere und in sehr rühmenswerther Weise benützte Gelegenheit zur Darlegung eines schönen frommen Sinnes. Die ebenso reichen als geschmackvollen Spenden an gestickten Vorhängen, Torameubeln und Silbergeräthschaften zum Tempeldienste wurden auf Veranlassung des wackern Bcchausvorstehers, Herrn Sigmund Pollak, in dessen Localitäten durch mehrere Wochen ausgestellt. Ein Prachtvorhang im Kostenpreise von 4000 fl. von dem bürgl. Leinwandhändler Herrn Simson Apfel und dessen Gattin zum Andenken an ihre verstorbenen Eltern dargebracht, würde jede Ausstellung zieren. Namentlich aber entsprachen die Frauen der an sie gerichteten Aufforderung, den Tempel mit Stickereien zu schmücken, in überraschender Weise. Der Werth der auf diese Weise eingegangenen Weihegeschenke läßt sich füglich mit 25000 fl. annehmen. Den köstlichsten Schmuck erhielt jedoch dieses Gotteshaus durch den an demselben neu angestcllten Prediger Dr. Jellinek, dessen ausgezeichnete Kanzelvorträge sich bereits die größte Anerkennung erworben haben. Am 16. Mai >858 wurde das neue Haus der israelitischen Kinderbewahranstalt in Wien (Leopoldstadt, Schiffamtsgasse) unter zahlreichem Zuspruch und in Anwesenheit mehrerer ausgezeichneter Notabilitäten eingewciht. Zn einer Ansprache, womit der Gründer der Anstalt (Herausgeber dieses Jahrbuches) die Feier cröffnete, hob er die diesfälligcn großen Verdienste der Frauen hervor. Denn nicht nur hatten sie sich Jahre lang in unermüdlicher Liebe und Ausdauer mit den Kindern der Annen beschäftigt, sondern das zum Jahrl'. f. Isr. 185a. 1«