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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 267

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 267 (sequence 311)
Language
German
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IRI
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267 Sabath entweihe, so ist es sicher, daß ich meinen Antheil am künftigen Leben verliere.« Es waren noch andere Gedanken und Bilder, die ihm vorschwebten: er sah Daniel in der Löwengrube, der sich lieber in sie werfen ließ, als nicht zu seinem Gotte zu beten. Er sah den Propheten Elischu am Bache Cherith, dem die Raben Fleisch und Brot brachten, der vierzig Tage verlassen in eben derselben Sandwüste herumirrte, um nicht dem abgöttischen König Achab zu huldigen. Unser frommer Rabbi stieg vom Maulthiere, nahm sein kleines Gepäcke herab und ließ die Karavane ziehen, deren Männer ihn als einen Unsinnigen theils verlachten, theils als einen Verlorenen bemitleideten. Die Sonne neigte sich schon, wie eine im Schmelzen begriffene silberne Scheibe, dem Horizonte zu. Der Rabbi wendete sich dem Osten zu und betete, dann nahm er aus seinem Gepäcke etwas Wein und Brot zu Kidusch und verzehrte sein kärgliches Mahl und sang dann heilige und heitere Lieder, um den Sabath zu ehren. Welcher Schreck aber ergriff ihn, als er plötzlich nicht ferne von sich einen gewaltigen Löwen sah! Er hielt sich für verloren, als aber der Löwe nicht näher kam und sich lagernd mit treuherzigen Augen den Rabbi ansah, da dachte dieser wieder an die Löwen, die Daniel in der Grube umgaben, und speiste weiter und sang Lieder zum Lobe des Herrn! Dem Löwen schienen die Melodien zu gefallen, denn seine Augen wurden immer milder, bis sie sich schlossen und das mächtige Thier entschlafen war. Die Sterne funkelten bereits über der Wüste, der fromme Rabbi verrichtete das übliche Gebet vor dem Schlafengehen und sank in den Sand der Wüste. Als er mit Sonnenaufgang erwachte und sein Blick umher-

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