Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 228)
- Language
- German
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184 Wir zählen jetzt in unserer Stadt jüdische Schneider . .70 Hutmacher.. . .. 6 Schuster. .... 24 Glaser. . . 8 Goldarbeiter. .24 Uhrmacher. . . 6 Bäcker. .25 Zimmermaler. . . 6 Mützenmacher .... .26 Buchbinder. . . 8 Kirschner. 6 Steinmetz. . . 4 Posamentirer. .12 Tapezierer. . . 3 Schirmmacher. .10 Tischler . . . 4 Drechsler. . 6 Faßbinder. . . 2 Klempner. . 6 u. v. a. Die Thvre des Ghettos sind längst verschwunden, dieses selbst ist im Laufe der Zeit um ganz große Gassen vergrößert. Es ist überhaupt kaum zu begreifen, wie in verhältnißmäßig sehr kurzer Zeit eine so gewaltige Veränderung aller Verhältnisse vor sich gehen konnte! In den letzten Jahren der Frcistadt waren am hiesigen »Lycäum« (wo man, nebenbei gesagt, nichts lernte) 4—6 jüdische Studirende; an der jagellonischen Universität 2—3. Seit einigen Jahren wächst die Zahl der jüdischen Studirenden mit jedem Jahre bedeutend. Und in Bezug auf diese letzteren, welcher Unterschied zwischen dem einstigen Lycäum und dem jetzigen k. k. Gymnasium! Während dort die jüdischen Schüler nur vom christlichen Religionsunterrichte befreit, aber zu keinem andern angehalten wurden, aus diese Weise ihr Bischen Hebräisch schnell vergaßen, um Religion sich nicht im mindesten kümmerten, und in de» höheren Jahrgängen oder aus der Universität angelangt, ohne Christen zu sein, mit dem Zudenthume ganz brachen: verordnen die weisen Gesetze unseres Kaiserthums, daß am Gymnasium auch israelitischer Religionsunterricht den betreffenden Schülern ertheilt werde.