Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 193)
- Language
- German
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149 I ohne daß es ihm gesagt wird, die geheimsten Triebfedern und den innersten Connex der uns leider nur so sehr fragmentarisch überlieferten Ereignisse kennt und als unbestrittene Wahrheit austischt, ... liegt mir fern.« So stnd denn diese beiden Schriften keineswegs historische Kunstwerke, wohl aber reihen sie sich den besten Werken historischer Kritik an. Zn schlichter Einfachheit bewegt sich die Erzählung fort, sie bringt nichts vor, das nicht bestens beglaubigt wäre. Der Leser erhält auf diese Weise ein möglichst treues Bild der Vorgänge in der behandelten Epoche, ein Bild, das mehr oder weniger ausgeführt ist, je nachdem die glaubwürdige Kunde davon reicher oder spärlicher erhalten ist. Der Geschichtsschreiber aber, der die gesammte deutsche Geschichte nach universellen Gesichtspuncten zu behandeln har und der es sich versagen muß überall selbstständig aus den Quellen über die speciellsten Details sich zu unterrichten, findet hier den Stoff in der erwünschtesten Weise bereit gelegt. In zahlreichen Beilagen sind die schwierigsten einschlagenden Fragen mit Scharfsinn und Gründlichkeit erörtert; chronologisch geordnete Urkundenverzeichnisse der gleichzeitigen Erzbischöfe und Bischöfe orieniiren über die Wirksamkeit dieser Kirchensürsten, begründen eine sichere Zeitrechnung, gewähren eine Uebersicht der für das Staats- und Kirchenrecht wichtigen Verordnungen. In der Geschichte Conrads III. tritt außerdem auch noch ein Ztinerar der gleichzeitigen Päpste und eine Reihe dort zuerst veröffentlichter Aktenstücke hinzu. Das Ganze aber entspricht so sehr den Anforderungen und dem jetzigen Stande der Wissenschaft, daß der bekannte Historiker Stenzel in Breslau, derjenige, der mit seiner Geschichte der fränkischen Kaiser zuerst einer fruchtbaren Behandlung der mittelältrigen deutschen Geschichte die Bahn gebrochen hat, gerade diese beiden Schriften Jaffas seinen Schülern in die Hand zu ge-