Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 131)
- Language
- German
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87 Spenden sich unter die Ersten drängten. Das tiefe, religiöse Gefühl, welches bis auf den heutigen Tag selbst die gebildetere Classe mit den religiösen Satzungen nicht so leicht brechen läßt, vor Allem aber die innige Anhänglichkeit an die Glaubensgemeinde, welche wiederum in der beharrlich-conservativen Gesinnung der Meister ihre Quelle hat, erklärt diese Erscheinung zur Genüge. Der Alltagsmensch improvisirt sich nicht dort wie bei uns sein Religionsgebäude aus eigene Faust; theils das ererbte, theils das nachbarliche Beispiel, und nicht weniger als beide aufrichtige Pietät, die freilich auch hie und da zur bewußtlosen Werkthätigkeit. zur starren Bigotterie wird, lassen den Israeliten im europäischen Süden nicht so leicht der süßen Gewohnheit religiöser Hebungen überdrüssig werden. Desto wärmer wird seine Theilnahme an allen Fragen, die unsere Glaubenstreue, die Ehre der Bundesgemeinde selbst betreffen. Offenbar gehörte der Plan eines eigenen Seminars für jüdische Theologie vorzugsweise zu diesen, und bei einer so regen Theilnahme mußte das Unternehmen auch bald eben so populär als ersprießlich werden. Mit allerhöchstem Decret vom 8. November 1825 wurde die Errichtung eines rabb. Instituts zu Padua befohlen; durch ein späteres 6äo. 27. Mai 1827 dessen Einrichtung als rabb. Convict genehmigt, und am 10. November 1829 diese theologische Lehranstalt eröffnet. ■ . In huldreichster Anerkennung der Unzulänglichkeit des früher auf zwei Studienjahre beschränkten Cursus wurde dieser in Folge allerhöchster Entschließung vom 18. April 1843 aus drei Jahre verlängert; hingegen die Zeit der rabb. Borpraxis (88. 49 und 68) auf ein Jahr herabgesetzt. Pros. Lelio della Torre, ein Neffe des im vorigen Jahre verstorbenen Oberrabbiner Treves zu Triest, geb. zu Cuneo im Pie-