Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 100)
- Language
- German
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56 Styl« die Menge bewundert? wie mit der schleppenden Lesemelodie in unsern Volksschulen? wie mit jenem ewig einförmigen Cathedertone der Unterrichtsmaschinen, die immer um die gleiche Spindel sich drehen?) Vortragen steht dem Wiederholen nach, denn man soll nicht Wasser in Siebe gießen. (Damals gab es noch keine Semestralzeugnisse, d. s. schriftliche Bestätigungen über halbjährig abgelieferte Wissenssracht, kraft deren das Fuhrwerk des Geistes für weitere Speditionen ermächtiget, und für die ältern Ladungen außer Verantwortung gesetzt wird.) Die Zucht war strenge, doch mit steter Rücksicht auf leibliche Gesundheit. Körperliche Züchtigung durste nur mit leichten Sandalenschnüren vollzogen werden. (Das Batzenfell ward erst später in Europa erfunden.) — Prämien gab es nicht, Rab erwartete vom Wetteifer Alles, doch spornten manche Lehrer auch durch kleine Geschenke an, wie Einer der einen Fischweiher unterhielt, um mit dessen Bewohnern die Schüler zu ködern. Eben so wenig kannte man die gänzlich unterbrechenden Ferien, doch wurde zwischen dem 17. Thamuz und dem 9. Ab die Zahl der Lehrstunden verringert, und körperliche Züchtigung für diese Frist verboten. An zu heißen Tageszeiten durfte gar keine Schule, an Sabbaten, wo wegen reichlicher Mahlzeiten die Verdauung leiden konnte, nur Wiederholungen abgehalten werden, lieber den Unterrichts erfolg erfahren wir Folgendes: Wer drei Jahre lang ohne sichtlichen Nutzen die Mittelschule besucht hatte, konnte die Reise für die Hochschule weder ertrotzen noch erbetteln, und doch verhielt sich die Zahl der jährlich zur Akademie gelangenden zu der der gesaminten schulfähigen Jugend wie 1:1000 (ein Verhältniß, das heute nicht erzielt wird). So viele verwerthbare Kunststückchen wir auch heut zu Tage in den Schulen lehren, so können wir doch nicht hindern, daß die Ersten in der Schule oft die Letzten im Leben sind, und jene einen unsicher» Maßstab für die practische Verwendbarkeit liefert. Weit erfreulicher waren die