Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 59)
- Language
- German
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15 Wartinger sagt: ‘) »Durch die engere Beschränkung der Freiheiten der Juden, noch mehr aber durch die völlige Vertreibung dieser industri'ösen Menschen, ging der ganze Handel in die Hände nicht einzelner privilegirter (wir meinen es wäre richtiger gesagt, durch ihre Energie und Thätigkeit privilegirter), sondern aller Bürger über, und dadurch, daß diese manche Maaren selbst erzeugten, und hiebei nach dem Bedürfnisse oder Geschmacke der Abnehmer zu arbeiten strebten, wurden Handwerke und Künste zu einiger Vollkommenheit gehoben, und so auch der Reichthum in seinen Quellen unter die ganze Bürgerclasse hinabgeleitet.« Im Allgemeinen ist dies ganz richtig, aber nicht im Besonderen. Der Jude betrieb den Handel mit Allem, durch Alles, und lieferte die Maaren wohlfeil ins Land, da er den Grundsatz: Viel Umsatz mit wenig Nutzen ist auch viel gewonnen, dem Vernünftigen gegenüber immer in Anwendung bringt. Es liegt uns keine Handelsgeschichte vor, und wir können nicht die unantastbarste Sprache, die Zahlen, reden lassen, aber wir glauben, daß den einheimischen Handwerkern durch die vermutlich bessern und trotz Einfuhr wohlfeileren Handelsgegenstände tüchtige Concurrenz gemacht wurde; daß der Handwerker"), einesteils zu träge, anderntheils durch Herzog Wilhelm 1396, durch Herzog Ernst den Eisernen 1409 und 1418. *) Wartinger a. a. O. S. 71. 2) Handwerker tauchten nachweislich wieder im eilften Jahrhunderte in Steiermark, auf. Wir entnehmen einer Zusammenstellung im »Industrie- und Gewerbeblatte«, herausgegeben vom Gewerbvereine für Steiermark (Graz 1866) folgende Daten, die auf unsere Frage Bezug haben: Urkunden des Stiftes Admont nennen 1094 Ottokar den Kürschner, 1180 Luitold und Gerlach die Drechsler, Heinrich den Seifensieder (Saifstedare)., 1259 Othmar den Krämer; und Urkunden des