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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 12

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 12 (sequence 56)
Language
German
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12 goge), die Meister urtheilten nach einem »Zudenrcchte,« die Gemeinde hatte ihre »Judenpucher.« *). Die Juden erscheinen auch als Zeugen bei Urkunden zwischen Christen; wenigstens ist dies in Görzer Urkunden der Fall. 1360 und 1370 finden wir »Hanns den Jud von Görz<- als Zeugen, das erste Mal,in einer Urkunde zwischen den Brüdern Rainhard und Heinrich Grafen von Görz und Hermann von Osterwiß, das zweite Mal in einer Zusage Lorenz Putz's an »frav graffin« Margaretha von Ottenburg.* 2) Daß die Juden dem Landesfürsten bedeutende Abgaben zu zahlen hatten, wurde schon bemerkt. 3) Da Kaiser Friedrich III. feinem Juden Joachim die Gnade erweiset (siehe die vorangesührte Regeste ääo. Graz 9. Jänner 1467), daß er den Marschälen, Knaben und Boten, ihre Gerechtigkeit und Anforderung zu geben nicht pflichtig sei, so hatten die Juden jedenfalls auch an diese Personen bei gewissen Gelegenheiten Zahlungen zu machen. Die Beschäftigung des auserwählten Volkes war Handel und Geldausleihen (einige Juden waren Aerzte), die einzigen Wege, die sie ergreifen durften. Im Handel scheinen sie von Seite der Regierung nicht gehindert worden zu sein, aber im Geldgeschäft waren *) Siehe die später angeführte Urkunde Regeste ääo. Neustadt 16. December 1467 (bei Birk a. a. O., Regeste Nr. 986). Ueber die Natur des kaiserlichen »Inälamtos« fehlen uns genügende Nachrichten und haben wir daher selbes bei unserer obigen Aufzählung nicht berücksichtiget. -) Urkunden-Regesten für die Geschichte von Steiermark in den Mittheilungen des historischen Vereines für Steiermark V. Bd., S. 239, Nr. 115, VI. Band, S. 256, Nr. 164 3) Diese Abgaben flössen in die kaiserliche Kammer (auch Schatzkammer genannt) und daher der Name der Juden: Kammerknechte.

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