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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 2

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 2 (sequence 46)
Language
German
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der Ankunft der Römer vorhanden gewesen oder durch mitgekommene Juden in das Land gebracht worden sein. Zur Zeit der Ottokare von Traungau lebten die Juden schon zahlreich in der Steiermark. Um das Jahr 960 finden wir ste in Judendors bei Rhein und Judendorf bei Leoben, ‘) vermuthlich waren sie auch schon in Judenburg seßhaft. 2) In Graz selbst siedeln ste sich 3) um 994 am Judenweg und Judenrain (auch unteres und oberes Judengäßchen), nun Frauen- und Pfarrgassc, an, die noch jetzt die Erinnerung an ein Ghetto bieten; auch in der Schmiedgasse hatten sie Quartier genommen, denn dort stand das sogenannte Judel-Judenhaus, von welchem wir später noch sprechen werden. Die Benennungen Judenweg und Judenrain erhielten sich noch lange Zeit nach der Vertreibung der Juden. Die eigentliche Judenstadt war jedoch in der Carlau nächst Graz; dort war eine mächtige Gemeinde mit einem eigenen Stadtrichter, Rabbincn, Synagoge und Friedhof. Bei Grabung der Fundamente des Jagdschlosses in der Carlau (1570), jetzigen Provinzial-Strafhauses, wurden alle Grabsteine mit hebräischen Inschriften ausgefunden, wovon eine, in der Burg zu Graz einge- Schriften'des historischen Vereins für Jnnerösterreich I. Heft, S. 27. *) Eine Art Capelle, die vermeinte Synagoge der Juden, befindet sich nach Graf I. (Nachrichten über Leoben und die Umgegend. Graz 1824. S. 36, Anm. 1) in einem dortige» Karten. s) Hier soll der Sage nach das jetzige Gasthaus zur Krone der einstige Judentempel gewesen sein. An dessen Außenseite ist ein steinernes Bild,, einen Juden, vorstellend, angebracht. (I. Herzog, kurzgefaßte Geographie von Steiermark. Graz 1854, . S. 144.) s) Polsterer, Graz und seine Umgebungen. Graz 1827, S. 13.

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