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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 370

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 370 (sequence 409)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609288--3630-2610975
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370 und hast eine altmodische Haube an. Laß sie lachen und spotten. Du bist doch Eitel, die Bäuerin, und dein Rann heißt Feiwel Bauer; das will, wie es mir vorkommt, beinahe so viel heißen, als wenn man in der »Gasse« sagen könnte: »Eitel, die Gräfin ist da!« Denn was ift’8, warum man von einem Grafen mit so großem Respect zu reden gewohnt ist? Man denkt fich, der hat so und so viel zu leben; hat Aecker und Wiesen, Kühe und Schafe, Fasanen und Hasen, und seiner Väter Väter haben auch das gehabt. Sieh', Gitel, es kommt mir vor, als wäre es im Kleinen so auch mit mir. Mein Vater und mein Großvater, und vielleicht auch dessen Väter sind Bauersleut' gewesen, und haben in diesem Hause gewohnt. Warum sind sie nicht fortgezogen? oder haben fich in ein Gewölb gesetzt, um Kunden zu bedienen? Weil es gegen ihre Ehre war! Und doch haben sie dieFelder und den Hof nur inPacht gehabt. Ich aber, ich habe das Alles zu eigen, mein Name ist wirklich: Feiwel Bauer! Und da sollte ich viel darum mich kümmern, ob Hannele Ehrmfeld mir ihreTochter für meinen Sohn geben will, oder nicht? Wenn mir das Prinzessele nicht so überaus gefallen möchte, meinst Du ich möchte nur den Mund austhun, um mit Hannele zu reden über die Sache? Die Hano möcht' ich mir ender (eher) abhacken! So denk' ich aber, es geschieht ihr eben so gut, als mir ein Gefallen damit und eine Ehre. Und so, Gitel Leben, wollen wir die Sache ihren Gang gehen lassen, wie es Gottes Wille und Schickung ist. Du weißt jetzt, was ich im Kopfe trage; thu' mir nur das Eine zu Lieb', und red' mir nicht ab! Ich babe die Sache zu gut überlegt — und das Prinzessele gefällt mir als Schwiegertochter wie gar nichts auf der Welt.« So mächtig wirkte diese lange Rede auf die Einbildungskraft der Bäuerin, daß sie eine geraume Zeit sprachlos nur ihren eigenen Empfindungen zu horchen schien. Alle ihre Geister waren in Aufruhr gerathen, wild klangen sie durcheinander. Sie, die sonst Klar-

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