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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 347

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 347 (sequence 386)
Language
German
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IRI
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347 entflohen war, hätte sich kaum überreden können, es sei noch ein und dasselbe. Sie war in der Thal sichtlich erstarkt; ihre Wangen blühten im Schimmer einer gesunden Röthe; dabei war das Mädchen größer und kräftiger geworden, und auf den ersten Anblick ward man gewahr, daß mit ihrem ganzen Wesen eine merkwürdige Aenderung vorgegangen sein mußte. Es lag ein Hauch innerlicher Freiheit über ihm, es war mit einem Worte im Zustande selbstständiger Entwicklung. Wir müsse» es übrigens aufgeben, dieGeschichte dieser Wandlung erzählen zu wollen. Alles Lebendige folgt dem naturgemäßen Drange, daß es nur in dem ihm am meisten zusagenden Boden wurzeln und gedeihen kann. Luft und Licht, Wasser und Erde, wie siesich gegenseitig inihremRingen nach Herrschaft befeinden und bekriegen, und keines dem andern einen Fuß weit Raumes abzutteten geneigt ist—wenn etwas wachsen und in die Höhe aufsteigen soll, müssen sie sich brüderlich die Hände reichen, und eines dem andern das Wort des Verständnisses zuflüstern. Jeder Gärtner weiß das! Und hier war eine Menschenpflanze in ein Erdreich versetzt worden, das ihr wohlthat! Auf dem Bauernhöfe hatte man für das Wunder dieser Wandlung, wie es sich von Tag zu Tag lieblicher offenbarte, die Augen nicht verschlossen. Knechte und Mägde staunten es an, am meisten aber der alte Bauer, über den sich ein Geist der Redseligkeit ergoß, wenn er auf das fremde Mädchen zu sprechen kam, wie man es an dem behäbig gleichgiltigen Manne selber für ein Wunder ansehen mußce. Er schlich hinter dem Mädchen her, etwa wie ein Verliebter, und recht wie Sonnenschein klärte es sich auf seinem breiten Antlitze auf, wenn er ihm nachblicken konnte, wie es behende über den Hof schritt, oder früh Morgens mit klaren Augen in die Stube trat. Trotzdem daß er da gewöhnlich die Tefillin noch um Kopf und Arm geschlungen trug, und jedes andere Wort außer der heili-

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