Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 306)
- Language
- German
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265 israelitische Religion als solche staatlich anerkannt, und deren Cultus in vielen Ländern (so z. V. später auch im Königreich Sachsen) vom Staate subventionirt. — Abermals fünfundzwanzig Jahre und Manches, was früher als idealer Traum galt, war schon ins Leben eingedrungen. Die jüdische Jugend begann aller Orten, mindestens in Deutschland und Oesterreich, nützlicher Thätigkeit sich zu widmen; der Drang nach europäischer Wissenschaft erfüllte die strebsamen Gemüther unserer Theologen; eine Meisterhand (Zunz) hatte in seinem eben(I832)erschienenen noch unübertroffenen Werke (»die gottesdienstlichen Vorträge der Juden«) das Dunkel in den gewichtigsten Partien der jüdischen Alterthumssorschung gelichtet, Gabriel Rießer kämpfte in genialen Deductionen (»der Jude,« 1832) für den Sieg der Gewissensfreiheit, und auch Oesterreichs Gauen sahen in jenem Jahre zuerst einen classisch gebildeten, seitdem durch seine umfassende Gelehrsamkeit und fruchtbare Wirksamkeit ausgezeichneten Mann (Z. Frankel) auf einem nicht unbedeutenden Rabbinerstuhl. Möge in ferner Zukunft auch unsere Gegenwart als so lichte Vergangenheit sich abspiegeln! — Möge unsere Literatur an Kern und Gehalt zunchmen; mögen namentlich Autoren und Herausgeber, eingedenk der Worte Pred. Sal. 12, 12, wohl beherzigen, daß Wachsthum und Gedeihen nicht in der Quantität, sondern in der Qualität zu erstreben seien! *) Dresden, am 30. April 1857. *) Wegen etwaiger Nichterwähnung derjenigen Schriften, welche dem Verfasser obigen Rückblicks nicht direct zugekommen, erklärt derselbe sich nicht verantwortlich. Nach Schließung obigen Aufsatzes erhielten wir noch: Stern (in Franks, a. M.) »Geschichte des Jndcnthums von Mendelssohn bis auf die Gegenwart.« Ein Abdruck der vom Verfasser über diesen Gegenstand jüngst gehaltemn Vorlesun-