Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 296)
- Language
- German
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255 feren Dogmatiker ungenügend erscheinen; die darin vorkommende Polemik gegen Mendelsjohn's Jerusalem beruht auch großentheils auf mißverständlicher Auffassung. — »Das negative Verdienst des alten Testaments um die Unsterblichkeitslehre,« von H. Engelbert, ist ein wackeres Büchlein von selbstständigem Zorschungsgeiste belebt; Brecher's »Unsterblichkeitslehre des israelitischen Volkes« kann besonders in der Darstellung dieser Doctrin bei der jüdischphilosophischen Schule, minder jedoch in andern Partien empfohlen werden. Das Büchlein hat bereits einen französischen Uebersetzer gesunden. — S. Munk's (in Paris) kolossale Arbeit, die Edirung des arabischen Originals von Maimonides Moreh Nebuchim, oder »Führer der Verirrten« (für jetzt des ersten Theils) nebst französischer mit Anmerkungen zum Sach- und Sprachverständniß begleiteten Uebersetzung, bedarf für Kenner keiner Anpreisung. Es ist dies ein Werk, worauf das Judenthum des neunzehnten Jahrhunderts stolz sein kann! — Nicht minder ausgezeichnet ist Munk's neuestes Werk »Melanges de Philosophie juive et arabe,« dessen erster Band die von Falquera aus dem Arabischen ins Hebräische übertragenen Auszüge von Salomon ben Gebirols in der Geschichte der Philosophie Epoche machenden Werke Mekor Chajim nebst französischer Uebersetzung und biographischen Skizze Gebirols, worin manche bisher unbekannte Data, enthält. Die von Munk schon früher aufgestellte Behauptung, daß der im Mittelalter berühmte Philosoph Avicebron kein Araber, sondern der Jude Salomon ben Gebirol war, findet hier nicht nur ihre volle Bestätigung, sondern es ergibt sich mit ziemlicher Gewißheit, daß letzterer auch Verfasser eines von dem katholischen Archidiaconus Gundisalvi ins Lateinische übersetzten »Abhandlung über die Seele« gewesen sei. Wahrlich, wenige von den frommen Betern, die seit acht Jahrhunderten die elegischen Hymnen Gebirol's an den Sabbathcn zwischen dem Passah- und Wochenfeste, oder seinen ergreifenden