Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 270)
- Language
- German
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229 anzufachen, welcher der Stolz und der Ruhm ihrer Väter gewesen. — Die israelitische Schule zu Constantinopel ist im Fortschreiten begriffen. Auf den jonischen Inseln haben bedauerlicheExcesse gegen die israelitische Bevölkerung stattgefunden, wie denn Reibungen zwischen Griechen und Juden dort nicht selten find. Den Oberrabbiner von Corfu — einen allgemein geachteten Mann — hatten wir Gelegenheit vergangenen Winter bei seinerAnwesenheit in Wien kennen zu lernen. Heber die jüdischen Zustände in der Moldau und Wallachei find uns schätzbare Privatmittheilungen zugekommen. Zn einem an den Herausgeber gerichteten Schreiben heißt es: Bei der jetzt im Werke begriffenen Reorganisirung der Donaufürstenthümer haben die Juden alles zu hoffen und alles zu fürchten, und es ist sehr zu wünschen, daß ihre gerechte Sache von jenen in Ansehen stehenden Glaubensbrüdern wirksam unterstützt werde, welche in den Einfluß nehmenden Großstaaten ihren Wohnsitz haben. Dabei ist zu erwarten, daß dieTürkei denJnden in diesen mit ihr in Verband stehenden Ländern das nicht verweigern wird, was sie ihnen im eigenen Hause so bereitwillig gewährte, daß England und Frankreich, die bei ihrer religiösen Toleranz so sehr prosperiren, solche auch andern Ländern anempfehlen werden, daß Oesterreich endlich die hierländische jüdischeDevölkerung umsoweniger im Stiche lassen wird, als die Unduldsamkett, welche jetzt gegen sie angeregt wird, bei weitem weniger ihrer Religion gilt, als ihren österreichischen Sympathien und ihrer Nichtbetheiligung an allen Unionsbestrebungen. Hat sich doch eine gleiche Animosität auch gegen die österreichischen Schutzgenossen christlicher Religion ausgesprochen, weil sie in dankbarer Anerkennung der Wohlthaten der österreichischen Occupation, welcher es allein zu verdanken, daß diese Länder nicht der Schauplatz des Krieges und der Verwüstung geworden