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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 105

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 105 (sequence 146)
Language
German
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IRI
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105 Ein Trost ist bei der ganzen Sache: Wenn das Eine oder das Andere auch nicht wahr ist/ so könnte es doch wahr sei»/ oder vielmehr, so ist es um so wahrer; wenn es nur die Sage gedichtet hat, so liegt alsdann darin eine gewisse innere Wahrheit; es braucht Etwas nicht wirklich zu sein, und kann vielleicht dennoch wahr sein. Unter Anderem ist es eine kleine historische Notiz, für die ich sehr besorgt bin. Es ist die Erzählung, wie die riesige Bildsäule des Helios, der Koloß auf Rhodus, durch ein Erdbeben niedergestürzt worden, wie dann später die Araber sich der Insel bemächtigt, und wie ein Jude aus Edessa die Trümmer des Kolosses von ihnen gekauft. Da fürchte ich denn nun immer, es werde nächstens Jemand darthun, daß Meursius, die Erklärer des Philo Byzantinus, oder vielmehr die von ihnen citirten Zvnaras, Cedrenus u.A. sich Alle geirrt, und daß, wenn auch alles klebrige wahr sei, doch der Käufer kein Jude gewesen. Die Lesarten schwanken so schon zwischen Edessa und Emesa, da fehlt denn gar nicht viel, daß auch die ganze Geschichte, so gut wie der Koloß von Rhodus selbst, in sich zusammenfällt. An dieser Geschichte aber ist mir sehr viel gelegen. — Das Möbelgeschäft ist zwar kein specifisch-jüdisches Gewerbe, es ist kein -Privilegium der Juden, aber zu längnen ist es nicht, daß Biele es mit besonderer Borliebe betreiben. Da ist es denn nun immer tröstlich zu denken, daß dieses Geschäft auf einmal in der Weltgeschichte vorkommt, und noch dazu im Gefolge großer Ereignisse. Die Rhodier errichten dem Sonnengotte eine kolossale Statue, ein Erdbeben wirft sie um, ein semitischer Stamm bemächtigt sich der Insel und des gestürzten Bildes, ein anderer Semite kaust letzteres als altes Erz — ich meine, Clio selbst müsse leise lächeln, wenn sie dergleichen aufnotirt. Und wer weiß, ob der lludasus qaidam Edesseims nicht gar der ewige Jude war; denn er, der nie sterbende,

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